Die Aktie von Renk ist am Freitag ebenso wie zahlreiche andere Rüstungswerte deutlich unter Druck geraten. An der Börse München verlor das Papier 2,9 % und schloss bei 47,50 Euro. Damit setzt sich die Schwächephase der vergangenen Wochen fort.

Besonders ernüchternd fällt der Blick auf die kurzfristige Entwicklung aus: Innerhalb der vergangenen fünf Handelstage hat die Aktie 9,1 % verloren. Der bereits bestehende Abwärtstrend wurde damit nochmals deutlich verschärft.

Aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild weiter eingetrübt. Die wichtige Unterstützung im Bereich von 50 Euro wurde unterschritten. Zudem konnte die Aktie weder die 100-Tage-Linie noch die 200-Tage-Linie behaupten. Der Abstand zum GD100 beträgt inzwischen rund 12 %, zum GD200 sogar 20,1 %. Damit liefert die technische Analyse derzeit eindeutige Signale für einen ausgeprägten Abwärtstrend.

An sich ist das nicht ganz zu glauben

Vor diesem Hintergrund wäre ein weiterer Rückgang in Richtung der Marke von 40 Euro keine Überraschung. Aktuell dominieren vor allem kurzfristig orientierte Marktteilnehmer das Geschehen, während fundamentale Argumente kaum Beachtung finden.

Dabei spricht die wirtschaftliche Perspektive nicht zwingend für eine derart schwache Bewertung. Analysten sehen die Aktie weiterhin deutlich höher. Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei 68,14 Euro. Vom aktuellen Kursniveau aus entspricht dies einem möglichen Aufwärtspotenzial von mehr als 43 %.

Auch der hohe Auftragsbestand des Unternehmens findet momentan kaum Beachtung. Neue Impulse fehlen bislang weitgehend. Zwar präsentierte Renk auf der Fachmesse Eurosatory unter anderem das neue Antriebssystem ESM-280-Getriebe, doch an der Börse blieb die Resonanz bislang verhalten.

Möglicherweise könnte am 22. Juni zusätzlicher Druck entstehen. Dann wird die Aktie aus einem Aktienindex entfernt. Allerdings dürfte der Effekt begrenzt bleiben, da der betreffende Index für viele institutionelle Investoren nur eine geringe Bedeutung besitzt.

Entscheidend wird nun sein, ob die geopolitischen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen Israel und dem Iran die Stimmung für Rüstungswerte wieder verbessern können. Aus technischer Sicht bleibt die Ausgangslage jedoch eindeutig: Die Renk-Aktie befindet sich derzeit in einem klaren Abwärtstrend.