Renk konnte sich am Mittwoch um bis dato 1,1 aufwärts schieben. Die Aktie kommt auf einen Kurs in Höhe von 50,18 Euro und liegt damit über der recht empfindlichen Marke von 50 Euro. Die Unterstützung ist aktuell noch immer fest,, wenngleich die Enttäuschung bei allzu Euphorischen groß sein dürfte. Barclays hat jetzt aber das Coverage aufgenommen und bringt ein Kursziel von 60 Euro. Die Analystenschar insgesamt erwartet rund 66 Euro. Ein Grund sind weiterhin die jüngsten Zahlen.

Renk hat und hatte geliefert

Renk hat im zweiten Quartal 2026 einen neuen Bestwert aufgestellt. Der Augsburger Spezialist für Antriebs- und Getriebetechnik verbuchte einen Auftragseingang von 612,8 Millionen Euro. Das ist so viel wie nie zuvor in einem einzelnen Quartal. Der gesamte Auftragsbestand wächst dadurch auf 7,4 Milliarden Euro. Für das Management ist das ein weiterer Beleg dafür, dass der weltweite Rüstungshochlauf dem Unternehmen kräftige Skaleneffekte beschert.

Auch beim Ergebnis zeigt sich die zunehmende Wachstumsgeschwindigkeit. Das bereinigte EBIT entwickelte sich überproportional zum Umsatz, während der Vorstand gleichzeitig an seiner Jahresprognose für 2026 festhält. Die starke Nachfrage nach militärischen Landfahrzeugen bleibt dabei ein wesentlicher Wachstumstreiber. Hinzu kommen Aufträge aus dem Marinebereich und internationalen Verteidigungsprogrammen, die das Geschäft breiter aufstellen.

Renk will sich jedoch nicht ausschließlich auf organisches Wachstum verlassen. Mit der Übernahme von David Brown Defence hat der Konzern seine Position im Marinegeschäft ausgebaut. Der Zukauf passt damit in die Strategie, zusätzliche Fähigkeiten und Märkte zu erschließen. Gleichzeitig wurde Ende Juli ein neues unbesichertes Kreditpaket über 1,05 Milliarden Euro abgeschlossen. Damit löste Renk bestehende Altverbindlichkeiten ab und verschaffte sich zusätzlichen finanziellen Spielraum.

Dieser Spielraum könnte künftig noch wichtiger werden. Denn ein Auftragsbestand von 7,4 Milliarden Euro muss nicht nur abgearbeitet, sondern mit ausreichend Produktionskapazitäten und Investitionen unterlegt werden. Das neue Finanzierungspaket gibt dem Management dabei mehr Flexibilität für weitere strategische Schritte und mögliche Zukäufe.

Investoren zeigen sich grundsätzlich empfänglich für diese Wachstumsgeschichte, auch wenn der jüngste Kursverlauf nicht durchgehend nach oben zeigt. Auf Monatssicht hat die Aktie bereits mehr als 16 % gewonnen. Und dennoch: Selbst die jüngsten guten Kursziele von Analysten haben dem Wert noch nicht entscheidend auf die Sprünge geholfen. Noch ist die Aktie formal von einem Aufwärtstrend etwas entfernt. Die Ziele aber reichen sogar bis zu 75 Euro!