Bei Renk sieht die Lage an den Börsen derzeit deutlich schlechter aus. Allein am vergangenen Freitag verlor das Papier 2,9 % und schloss bei 47,50 Euro. Am Montag ging es um 1,3 % abwärts und heute schafft der Wert wieder nur ein Minus von -0,7 % auf nun nur noch rund 45 Euro. Die Aktie ist klar im Abwärtstrend.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit rund 15 % an Wert eingebüßt. Der Rückgang verlief allerdings nicht geradlinig, sondern entlang einer Serie immer tieferer Hoch- und Tiefpunkte. Genau dies kennzeichnet einen intakten Abwärtstrend. Aktuell ist nur schwer zu erkennen, wodurch dieser Trend kurzfristig beendet werden könnte.
Renk: Was denken sich die Börsen hier nur?
Ein Grund dafür ist der geringe Nachrichtenfluss des Unternehmens. Neue Impulse fehlen weitgehend. Selbst Beobachter, die den Perspektiven der Rüstungsbranche bislang sehr optimistisch gegenüberstanden, zeigen sich inzwischen etwas zurückhaltender.
Wie auch die Aktie von Rheinmetall profitierte Renk lange Zeit von den Erwartungen deutlich steigender Verteidigungsausgaben und entsprechend kräftiger Umsatzsteigerungen in den kommenden Jahren. Die Auftragsbücher gelten als gut gefüllt. Allerdings gelingt es dem Unternehmen bislang noch nicht, diese Wachstumsperspektiven in einem Tempo sichtbar zu machen, das die Börse zu einem raschen Stimmungsumschwung bewegen könnte.
Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Analysten einen Umsatz von rund 1,56 Milliarden Euro. Der Nettogewinn soll nach aktuellen Schätzungen etwa 143 Millionen Euro erreichen. Dem steht eine Marktkapitalisierung von rund 4,62 Milliarden Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von ungefähr 33.
Damit ist die Aktie keineswegs günstig bewertet. Für einen Titel, der sich derzeit in einem ausgeprägten Abwärtstrend befindet, erscheint die Bewertung weiterhin ambitioniert. Um das charttechnische Bild deutlich aufzuhellen, müsste die Aktie zudem um mehr als 12 Euro zulegen und damit wichtige Widerstandsmarken zurückerobern.
Historisch betrachtet liegt die Bewertung leicht über dem Niveau, das viele Investoren für angemessen halten würden. Allerdings rechnen die Märkte in den kommenden Jahren mit weiter steigenden Gewinnen, wodurch das KGV sukzessive sinken sollte. Genau auf diese Entwicklung setzen viele Investoren und Analysten.
Bemerkenswert bleibt der Optimismus der Experten. Das durchschnittliche Analystenkursziel wird aktuell bei rund 68 Euro gesehen. Dies würde ein erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau bedeuten. Gleichzeitig zeigt diese Einschätzung aber auch, dass die Analysten von einem langfristig hohen Wachstumstempo ausgehen. Noch ist die Aktie sehr scharf im Abwärtstrend. Natürlich: Das könnte sich auch schnell legen!
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