Während Rheinmetall und Hensoldt am Donnerstag deutlich verlieren, steigt die Renk-Aktie um 4,38 Prozent auf 51,09 Euro. Der Grund: Renk legt Halbjahreszahlen vor, die den Trend im Rüstungssektor komplett auf den Kopf stellen.
Rüstungssektor unter Druck, Renk hält gegen
Rheinmetall senkt seine Umsatzprognose. Hensoldt kassiert eine Abstufung von Analysten. Der gesamte Sektor gerät dadurch unter Druck.
Renk bewegt sich in die andere Richtung. Die Aktie hat sich in den vergangenen Wochen bereits erholt: Binnen einer Woche steht ein Plus von 7,10 Prozent, auf Monatssicht von 5,67 Prozent. Zum Jahrestief vom 25. Juni bei 40,41 Euro beträgt der Abstand mittlerweile 26,44 Prozent.
Auftragseingang auf Rekordniveau
Der Blick auf die Zahlen erklärt die Stärke. Der Auftragseingang stieg im ersten Halbjahr 2026 auf rund 1,2 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 921,2 Millionen Euro – ein Plus von 29,7 Prozent.
Das zweite Quartal lieferte dabei den stärksten Einzelwert der Firmengeschichte: 612,8 Millionen Euro Auftragseingang in nur drei Monaten. Das Book-to-Bill-Verhältnis kletterte auf 1,9 – nach 1,5 im Vorjahr. Jeder Euro Umsatz zieht also fast zwei Euro neue Aufträge nach sich.
Der Gesamtauftragsbestand erreichte mit 7,4 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Der Umsatz wuchs derweil moderater: um 2,7 Prozent auf 637,2 Millionen Euro. Das Management hatte diesen Verlauf so erwartet, er passt zu den Lieferplänen der Kunden.
Gleitlager-Geschäft bremst weiter
Nicht jedes Segment läuft rund. Im zivilen Gleitlager-Geschäft bleibt das Umfeld schwierig. Ein schwacher Industriesektor drückt auf die Nachfrage.
Der Auftragseingang sank hier auf 64,2 Millionen Euro, nach 66,3 Millionen im Vorjahr. Auch der Umsatz lag unter dem Vorjahreswert. Die bereinigte EBIT-Marge fiel von 16,6 auf 12,5 Prozent – wirtschaftlicher Druck in den Endmärkten und höhere US-Zölle belasten die Profitabilität.
Vorstand bestätigt Jahresziele
Trotz der Schwäche im Industriegeschäft hält der Vorstand an der Jahresprognose fest. Renk erwartet für 2026 weiterhin einen Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT soll zwischen 255 und 285 Millionen Euro liegen.
Genau diese Kombination macht am Donnerstag den Unterschied zu den Wettbewerbern. Renk kann einen Rekordauftragsbestand im Verteidigungsgeschäft vorweisen und die Jahresziele gleichzeitig bestätigen. Rheinmetall und Hensoldt haben an diesem Tag beide mit negativen Nachrichten zu kämpfen – Renk liefert das Gegenmodell.
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