Renk steht vor einem wichtigen Termin. Am Donnerstag, den 6. August, legt der Augsburger Getriebespezialist seine Halbjahreszahlen vor. Die Aktie zeigt sich im Vorfeld stabil und notiert bei 49,22 Euro.

Der Kurs hat sich zuletzt deutlich erholt. Erst im Juni markierte das Papier bei 40,41 Euro ein 52-Wochen-Tief. Mittlerweile liegt die Aktie gut 4,6 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 47,03 Euro und nähert sich der 50-Euro-Marke.

Rekordauftragsbestand als Vertrauensanker

Ein zentraler Faktor für die Investoren-Zuversicht ist der historisch hohe Auftragsbestand. Zum Ende des ersten Quartals lag dieser bei rund 6,9 Milliarden Euro. Das Management um CEO Alexander Sagel hatte bereits signalisiert, dass ein bereinigtes EBIT am oberen Ende der Prognosespanne möglich sei. Die Spanne reicht bis zu 285 Millionen Euro.

Der operative Fokus bleibt der Verteidigungssektor. Renk profitiert von langfristigen Programmen für Landsysteme. Dazu zählen die Getriebe für den Kampfpanzer Leopard 2. Auch im Marine-Bereich ist der Konzern stark positioniert.

Übernahme und neue Finanzierung

Renk treibt parallel seine strategische Expansion voran. Anfang Juli unterzeichnete der Konzern eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme des britischen Spezialisten David Brown Defence. Der Zukauf stärkt die Präsenz bei Marine- und Landsystemgetrieben. Renk sichert sich damit Zugang zu wichtigen internationalen Programmen.

Am 28. Juli kam ein weiterer Baustein hinzu: Renk finalisierte ein neues, unbesichertes Kreditpaket über 1,05 Milliarden Euro. Ein internationales Bankenkonsortium überzeichnete das Paket laut Unternehmensangaben deutlich. Die Refinanzierung senkt die jährlichen Finanzierungskosten spürbar und schafft mehr Flexibilität für Investitionen und Übernahmen bis 2030.

Was der Markt am Donnerstag erwartet

Die technische Lage untermauert die positive Stimmung. Der Relative-Stärke-Index liegt bei 62,8 – ein Wert, der ein gesundes Aufwärtsmomentum zeigt, ohne bereits überkauft zu wirken.

Um 07:30 Uhr veröffentlicht Renk am Donnerstag die detaillierten Halbjahreszahlen. CEO Alexander Sagel und CFO Anja Mänz-Siebje erläutern die Ergebnisse anschließend in einem Webcast für Analysten und Investoren. Im Zentrum steht dabei eine konkrete Frage: Wie viel vom Rekord-Auftragsbestand hat sich im ersten Halbjahr bereits in Umsatz und Gewinn niedergeschlagen?