Renk fährt im dritten Quartal weiter Aufträge ein, schneller als es Umsatz und Werke abarbeiten können. Der Auftragsbestand erreicht ein Allzeithoch, und der Konzern legt nach dem Verkauf der Gleitlagersparte eine neue Jahresprognose vor.
Aufträge wachsen deutlich schneller als der Umsatz
Der Auftragseingang stieg in den ersten neun Monaten 2026 um 33,6 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro. Das Book-to-Bill-Verhältnis liegt bei 1,7 nach 1,3 im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtbestand kletterte zum 30. September auf 7,6 Milliarden Euro, Ende 2025 waren es 6,7 Milliarden.
Der Umsatz wuchs dagegen nur um 5,8 Prozent auf 982 Millionen Euro. Das entspricht nach Unternehmensangaben den vertraglich vereinbarten Liefer- und Abrufplänen der Kunden. Das bereinigte EBIT legte um 12,7 Prozent auf 158,8 Millionen Euro zu, die Marge stieg um einen vollen Prozentpunkt auf 16,2 Prozent.
VMS trägt, Marine und Industrie bremsen
Die Division Vehicle Mobility Solutions bleibt der Motor. Ihr Auftragseingang sprang um 46,2 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT stieg um 23,4 Prozent. Die Marge erreicht 19,9 Prozent.
Zu den Treibern zählt eine Erweiterung von KNDS Deutschland über rund 130 Millionen Euro für Getriebe des Kampfpanzers Leopard 2. Die Auslieferung soll 2029 beginnen und 2032 enden. Hinzu kommt ein Folgeauftrag von Patria über 30 Millionen Euro für die Fahrzeugfamilie Tracked.
Weniger rund läuft es bei Marine & Industry. Der Auftragseingang blieb nahezu stabil, getragen vom Marinegeschäft, unter anderem durch Aufträge aus der Türkei für vier Schiffssätze der Hisar-Patrouillenboote. Die industriellen Endmärkte bleiben schwach: Der Umsatz sank um 6,3 Prozent, das bereinigte EBIT um 17,3 Prozent.
Neue Prognose nach Portfolio-Umbau
Am 22. Oktober schloss Renk einen verbindlichen Vertrag über den Verkauf des Gleitlagergeschäfts. Die Sparte wird ab dem vierten Quartal als nicht fortgeführter Bereich ausgewiesen. Die Übernahme von David Brown Defence wurde zum 2. November vollzogen.
Auf Basis der fortgeführten Bereiche erwartet der Vorstand für 2026 einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT zwischen 240 und 255 Millionen Euro. Parallel baut Renk Kapazitäten aus. In Rheine gingen Ende August drei neue Bearbeitungszentren in Betrieb, bis 2030 will der Konzern dort über 20 Millionen Euro investieren.
Der nächste konkrete Termin steht fest: Am 8. Dezember informiert Konzernchef Alexander Sagel bei einem Strategy Update in London über die weitere strategische Ausrichtung. Die Veranstaltung findet als Hybrid-Event statt.
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