Reno De Medici steht vor entscheidenden Wochen. Der Kartonhersteller verhandelt aktuell mit seinen Gläubigern über eine umfassende Rekapitalisierung. Das Ziel: Die langfristige Überlebensfähigkeit des Konzerns sichern.

Die finanzielle Lage bleibt angespannt. Das Unternehmen hat eine Stillhaltevereinbarung mit einer Mehrheit der Anleihegläubiger geschlossen. Diese vertreten mehr als 70 Prozent der besicherten Anleihen im Wert von 600 Millionen Euro. Zuvor hatte der Konzern eine Zinszahlung im März 2026 verschoben. So blieb mehr Liquidität für das operative Geschäft.

Die Stillhaltefrist läuft im Juni aus. Bis dahin muss ein Sanierungsplan stehen. Marktbeobachter rechnen mit verschiedenen Optionen. Ein möglicher Weg ist der Tausch von Schulden in Eigenkapital. Dies würde die Kapitalstruktur an die aktuelle Ertragskraft anpassen.

Fokus auf Kosten und Effizienz

Parallel zum Finanzumbau strafft das Management die Produktion. Das Werk in Barcelona wurde bereits geschlossen. Dieser Schritt soll die Auslastung der verbleibenden Standorte erhöhen. Der Konzern reagiert damit auf hohe Energiekosten und schwankende Rohstoffpreise.

Die Ratingagentur Fitch blickt vorsichtig optimistisch auf die operative Entwicklung. Für das Jahr 2026 prognostizieren die Experten ein EBITDA von rund 52 Millionen Euro. Kostensenkungen und eine langsame Erholung der Absatzmengen stützen diese Erwartung. Hohe Preise für Altpapier belasten jedoch weiterhin die Margen.

Regulatorischer Rückenwind für Kartonagen

Der europäische Verpackungsmarkt befindet sich im strukturellen Wandel. Neue EU-Vorschriften zwingen Markenhersteller zu nachhaltigen Lösungen aus Fasern. Für 2026 wird in Westeuropa ein Nachfrageplus von etwa 1,8 Prozent für Kartonagen erwartet. Dieser Trend begünstigt Hersteller von Recyclingkarton.

Anleger blicken nun auf den Juni. Dann endet die Stillhaltefrist für die ausstehenden Kredite. Der Erfolg der Verhandlungen entscheidet darüber, ob Reno De Medici die Schuldenlast nachhaltig senken kann.