Die letzten Wochen waren eine Achterbahnfahrt für Biotech-Anleger. Replimune verliert im Frühjahr die FDA-Zulassung, streicht 60 Prozent der Stellen – und gewinnt dann plötzlich wieder neues Vertrauen. Ein Blick auf die Kurve zeigt das ganze Drama.
Replimune schloss die Handelswoche am Freitag bei 8,96 Euro. Das Tagesplus von 1,11 Prozent fällt bescheiden aus. Die Wochenbilanz spricht eine andere Sprache: plus 20,59 Prozent. Binnen 30 Tagen hat sich der Kurs sogar mehr als verdoppelt.
Die FDA gibt einen Dämpfer
Im April 2026 erteilte die US-Gesundheitsbehörde eine zweite Absage für das Krebsmittel RP1. Die Kombinationstherapie mit Nivolumab gegen fortgeschrittenes Melanom überzeugte die Prüfer nicht. Die Daten reichten nicht aus, um die Wirksamkeit zu belegen.
Die Folge: Replimune entließ 224 Mitarbeiter an seinen Standorten in Massachusetts. Rund 60 Prozent der Belegschaft verloren ihren Job. Der Konzernchef stellte klar: Ohne beschleunigte Zulassung sei die Weiterentwicklung von RP1 nicht tragfähig.
Wende im Mai
Doch dann kam die Kurswende. Ende Mai 2026 einigte sich Replimune mit der FDA auf einen neuen Weg. Die Behörde versprach, den erneuten Antrag als „dringende Angelegenheit“ zu behandeln. Grund: der erhebliche medizinische Bedarf für Patienten, bei denen andere Therapien versagt haben.
Anleger reagierten erleichtert. Hinzu kamen positive Daten von der Fachkonferenz ASCO. Die Phase-Studie IGNYTE zeigte: Patienten mit fortgeschrittenem Melanom erreichten eine mediane Gesamtüberlebenszeit von 32,9 Monaten. Fast die Hälfte der Behandelten lebte nach drei Jahren noch. Bei denjenigen, die auf die Therapie ansprachen, waren es sogar 83,5 Prozent.
Technische Warnsignale
Der jüngste Kursanstieg um 102,53 Prozent innerhalb eines Monats sorgt nun für Vorsicht unter Marktbeobachtern. Der RSI liegt bei 71,2 Punkten – das gilt als überkauft. Die Volatilität bleibt mit annualisierten 281,66 Prozent extrem hoch.
Das heißt: Die Reise ist noch nicht zu Ende. Replimune muss die Finanzierung für den weiteren Zulassungsprozess sichern. Analysten erwarten für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Verlust von 0,73 Dollar je Aktie. Der Weg zur Marktzulassung bleibt steinig – aber eine Tür steht endlich wieder offen.
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