Resmed hat die Erwartungen zum Geschäftsjahresauftakt übertroffen, seine Jahresprognose aber unverändert gelassen. Der bereinigte Gewinn wuchs deutlich schneller als der Umsatz. Die gestern veröffentlichten Zahlen verhindern heute keinen Kursrückgang: Die Aktie verliert -3,4% und notiert bei 224,00 €.

Gewinn wächst schneller als Umsatz

Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2027 erzielte Resmed rund 1,4 Mrd. US-Dollar Umsatz. Das entspricht einem Wachstum von 6% gegenüber dem Vorjahresquartal. Auf Kernbasis und bei konstanten Wechselkursen fiel der Zuwachs etwas höher aus.

Damit setzte das Unternehmen sein Wachstum fort. Auch die Erwartungen an den Umsatz wurden übertroffen, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Noch deutlicher fiel die Verbesserung beim bereinigten Ergebnis aus.

Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 2,91 US-Dollar und stieg damit um 14%. Zum Vergleich: Die von Zacks befragten Analysten hatten laut AP im Mittel 2,67 US-Dollar erwartet.

Für Anleger ist dabei die unterschiedliche Entwicklung der Margen wichtig. Auf Bruttoebene verbesserte sich die Profitabilität gegenüber dem Vorjahr. Auf operativer Ebene blieb dagegen ein leichter Rückgang.

Die Bruttomarge erreichte 62,5% und legte um 50 Basispunkte zu. Die operative Marge lag bei 35,8% und damit leicht unter dem Vorjahresniveau.

Hinzu kam eine konkrete Belastung im Gerätegeschäft: Eine Sicherheitsmaßnahme für Astral beeinträchtigte den Umsatz mit lebenserhaltenden Geräten. Resmed bildete dafür eine Rückstellung von 42 Mio. US-Dollar. Das zeigt, dass dem Ergebniswachstum auch operative Belastungen gegenüberstanden.

Jahresprognose bleibt unverändert

Trotz des besseren Quartalsergebnisses hob Resmed seine Ziele nicht an. Die bestätigte Prognose unterscheidet damit zwischen einem erfolgreichen Jahresauftakt und den Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr.

Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem Umsatz von 5,75–5,85 Mrd. US-Dollar. Das währungsbereinigte Kernumsatzwachstum soll 5–7% betragen.

Auch beim Ergebnis hält Resmed an seiner bisherigen Planung fest. Das Management sieht den Prognosemittelpunkt als wahrscheinlichen Ausgang. Der bessere Quartalsgewinn führt somit bislang nicht zu einer höheren Jahreserwartung.

Der bereinigte Gewinn je Aktie soll im Gesamtjahr 12,00–12,25 US-Dollar erreichen. Für das nächste Quartal erwartet Resmed eine gegenüber dem abgelaufenen Quartal leicht niedrigere Bruttomarge. Im Gesamtjahr soll sie dennoch um einen niedrigen zweistelligen Basispunktwert steigen.

Die Margenentwicklung bleibt deshalb ein wichtiger Prüfstein für die bestätigten Ziele. Das Unternehmen stellt keine geradlinige Verbesserung von Quartal zu Quartal in Aussicht, sondern einen moderaten Fortschritt über das gesamte Jahr.

Rückkäufe durch Verkaufserlöse gestützt

Ein weiterer Schwerpunkt des Quartals war die Kapitalrückführung. CEO Mick Farrell erklärte, der freie Cashflow und die Erlöse aus dem abgeschlossenen MatrixCare-Verkauf hätten Investitionen und Rückgaben an die Aktionäre ermöglicht.

Insgesamt flossen mehr als 1 Mrd. US-Dollar über Rückkäufe und Dividenden an die Anteilseigner. Davon entfielen 936 Mio. US-Dollar auf Aktienrückkäufe. Der freie Cashflow betrug 374 Mio. US-Dollar.

Die hohen Rückgaben stützten sich damit nicht allein auf den laufenden Mittelzufluss. Der abgeschlossene Verkauf war ebenfalls eine Finanzierungsquelle. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig, wenn sie die Wiederholbarkeit der Ausschüttungen beurteilen.

Resmed erklärte außerdem eine Quartalsdividende von 0,66 US-Dollar je Aktie. Die Auszahlung erfolgt am 17. Dezember; der Stichtag ist der 12. November.

Unterm Strich verbindet Resmed ein über den Erwartungen liegendes Quartalsergebnis mit unveränderten Jahreszielen. Für die weitere Bewertung zählen nun vor allem die Umsetzung dieser Prognose und die angekündigte Margenverbesserung – nicht allein die hohen Kapitalrückgaben des Auftaktquartals.