Der Wettlauf um die nächste Generation von RAS-Inhibitoren hat einen klaren Spitzenreiter. Revolution Medicines präsentierte auf der großen Krebskonferenz ASCO Daten, die selbst Branchenkenner von den Sitzen rissen. Der Markt reagiert entsprechend: Die Aktie ist seit Jahresbeginn um über 100 Prozent gestiegen.

Klinische Daten als Game-Changer

Der zentrale Wirkstoff des Unternehmens heißt daraxonrasib (RMC-6236). Es handelt sich um einen oralen RAS(ON)-Inhibitor, der mehrere RAS-Mutationen gleichzeitig blockiert. Die aktuellen Daten für Patienten mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs sind außergewöhnlich.

Das mediane Gesamtüberleben stieg auf 13,2 Monate. Unter Standard-Chemotherapie lag der Wert bei 6,7 Monaten. Revolution Medicines hat gezeigt, dass sein Ansatz funktioniert. Und zwar so gut, dass die gesamte Branche nun nachzieht.

Konkurrenz in Bedrängnis

Der Erfolg von RMC-6236 hat eine unerwartete Nebenwirkung. Mitte Juni 2026 wurde eine Sammelklage gegen den Wettbewerber Erasca eingereicht. Der Vorwurf: Erasca habe in seiner präklinischen Forschung unzulässige Vergleiche mit Revolution Medicines‘ Wirkstoff angestellt. Die Kläger sehen darin ein versäumtes Risiko für Patentverletzungen.

Für Revolution Medicines ist dieser Fall ein indirekter Beleg für die Marktführerschaft. RMC-6236 gilt branchenweit als Benchmark für pan-RAS-Wirkstoffe.

Starke Performance

Die Aktie notierte am Mittwoch bei 137,20 Euro. Das sind 6,5 Prozent mehr als vor einer Woche. Auf Jahressicht beträgt das Plus 103 Prozent. Über zwölf Monate gerechnet hat sich der Kurs fast vervierfacht.

Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 159,50 Euro beträgt knapp 14 Prozent. Analysten von Evercore ISI und RBC Capital haben zuletzt ihre Kursziele nach oben geschraubt. Sie verweisen auf die Liquiditätssituation, die nach eigenen Angaben für über zwei Jahre klinischer Expansion reicht.

Revolution Medicines bereitet derweil die Zulassung des Wirkstoffs vor. Die Daten der RASolute-302-Studie sollen in den kommenden Monaten bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht werden. Die Pipeline wächst weiter: Mehrere klinische Inhibitoren gegen verschiedene RAS-Mutationen sind in der Entwicklung.