HC Wainwright hat heute das Kursziel für Revolution Medicines von 280 auf 350 US-Dollar angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Damit setzt das Analysehaus nach den Quartalszahlen auf weiteres Aufwärtspotenzial. Entscheidend für diese Zuversicht wird sein, ob Rasonque nach der anfänglichen Nachholnachfrage dauerhaft hohe Umsätze erzielt.
Der optimistischen Einschätzung steht eine klare Einschränkung gegenüber: Der frühe Absatz enthält Wechsel aus dem erweiterten Zugangsprogramm sowie Behandlungen zuvor wartender Patienten. Beide Nachfragegruppen sind endlich. Das Management warnte deshalb davor, aus dem kurzen Verkaufszeitraum bereits einen normalen Umsatzverlauf abzuleiten.
Analysten setzen auf weiteres Wachstum
Auch TD Cowen erhöhte gestern sein Kursziel auf 270 US-Dollar und bekräftigte die Kaufempfehlung. Das Haus erwartet für das vierte Quartal 2026 einen Umsatz von 460 Mio. US-Dollar. Als Unterstützung nennt es die breite FDA-Zulassung und noch weiter gefasste NCCN-Leitlinien.
Die Analysten sehen Rasonque damit auf einem Wachstumspfad, dessen Belastbarkeit sich nach dem Abbau der wartenden Patientengruppe zeigen muss. Für die weitere Bewertung zählt insbesondere, ob neue Behandlungsstarts den vorübergehenden Rückenwind ersetzen können.
Die Verbreitung des Medikaments liefert dafür erste Anhaltspunkte: Bis zum 30. September erhielten mehr als 5.000 US-Patienten Rasonque. Rund 2.700 Verschreiber setzten das Mittel ein. Die Nutzung verteilte sich auf niedergelassene und akademische Einrichtungen.
Diese breite Nutzung spricht für einen Marktzugang über spezialisierte Zentren hinaus, sofern daraus fortlaufend neue Behandlungen entstehen. Zugleich beeinflusst die Entwicklung der Erstattungen, welcher Anteil des Listenumsatzes beim Unternehmen verbleibt.
Hohe Ausgaben begleiten den Marktstart
Die wirtschaftliche Ausgangslage bleibt anspruchsvoll. Im dritten Quartal 2026 verbuchte Revolution Medicines einen Nettoverlust von 407,5 Mio. US-Dollar. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben erreichten 417,1 Mio. US-Dollar.
Damit bleibt die Umsatzentwicklung eng mit der Finanzierung des weiteren Studienprogramms verknüpft. Ein nachhaltiger Absatz würde die kommerzielle Basis stärken, während steigende Forschungsausgaben zusätzliche Mittel beanspruchen.
Zum 30. September verfügte das Unternehmen über 3,7 Mrd. US-Dollar an Kassenbestand und Wertpapieren. Im Oktober kamen 250 Mio. US-Dollar aus einer Royalty-Pharma-Tranche hinzu. Für das kommende Jahr sollen die Ausgaben über dem derzeitigen Laufniveau liegen.
Studien liefern die nächsten Prüfsteine
Neben dem Absatz werden klinische Fortschritte wichtig. Revolution Medicines erwartet den Abschluss der globalen Einschreibung in RASolve 301 bis zum 30. November 2026. Erste Daten sind für 2027 geplant.
Parallel erweitert das Unternehmen sein Kombinationsprogramm. Mit Bristol Myers Squibb wurden im Oktober frühe Studienkohorten mit Pumitamig vereinbart. Sie sollen unter anderem Kombinationen mit Daraxonrasib bei Lungen- und Pankreaskrebs untersuchen.
BeOne finanziert und führt zudem RASonate 312 durch. Ein Update wird im ersten Halbjahr 2027 erwartet. Für Anleger verbindet sich die höhere Analystenbewertung somit mit konkreten Prüfsteinen: Rasonque muss dauerhaft Nachfrage gewinnen, während die Studien die möglichen weiteren Einsatzfelder untermauern müssen.
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