Bei Rheinmetall geht es derzeit vor allem darum, die Marke von 1.000 Euro zurückzuerobern. Ein Kursplus von 2,33 % am Freitag brachte die Aktie auf 986 Euro. Damit ist der Wert allerdings noch nicht entscheidend vorangekommen. Innerhalb der vergangenen fünf Handelstage ging es um 1,4 % abwärts. Auf Sicht von vier Wochen hat die Aktie 8,6 % eingebüßt.

Der Titel liegt derzeit 25,6 % unter der 100-Tage-Linie und 35,3 % unter dem GD200. Damit befindet sich die Aktie aus charttechnischer Sicht weiterhin klar im Abwärtstrend. Dies bestätigen auch Chartanalysten, die zunächst eine Rückeroberung der Marke von 1.000 Euro als wichtiges Signal erwarten.

Wie schnell kann sich das wenden?

Rheinmetall ist damit aktuell vergleichsweise schwach positioniert, was die Börsenentwicklung betrifft. Tatsächlich dürfte der Markt die Aktie kurzfristig kaum spontan nach oben treiben. Viele Anleger zeigen sich weiterhin enttäuscht über die Ergebnisse des NATO-Gipfels. Dort wurde deutlich, dass künftig stärker auf Drohnensysteme sowie Präzisionswaffen gesetzt werden soll. Rheinmetall müsse in diesen Bereichen weiter aufholen, so die Einschätzung einiger Marktbeobachter.

Allerdings sehen Analysten derzeit eher eine deutliche Unterbewertung des Unternehmens. Am 6. August wird Rheinmetall die Quartalszahlen vorlegen. Dabei wird erwartet, dass die im ersten Quartal verfehlten Umsatzerwartungen zumindest teilweise kompensiert werden können. Mit Spannung wird daher verfolgt werden, wie der Markt auf die neuen Zahlen reagiert.

Die Aktie hat inzwischen eine vergleichsweise niedrige Bewertung erreicht, obwohl das Unternehmen fortlaufend neue Aufträge und Projekte gewinnt. Zuletzt erhielt Rheinmetall beispielsweise einen Auftrag aus Großbritannien mit einem Volumen von annähernd einer Milliarde Euro. Hinzu kommt die Vereinbarung mit Lockheed Martin über die Produktion amerikanischer ATACMS-Raketen in Deutschland.

Diese Kooperation dürfte für Rheinmetall auch einen Imagegewinn bedeuten. Gleichzeitig erhält das Unternehmen Zugang zu US-Raketentechnologie, die als besonders fortschrittlich gilt. Damit dürfte sich auch die technologische Basis von Rheinmetall über die klassischen Landsysteme hinaus weiterentwickeln. Insofern wird die neue Schwerpunktsetzung der NATO zumindest teilweise bereits aufgegriffen.

Analysten sind insgesamt deutlich weniger skeptisch als der Markt. Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei 1.693,51 Euro. Selbst die Analysten, die ihre Kursziele zuletzt gesenkt haben, sehen damit weiterhin erhebliches Potenzial für die Aktie.