Rheinmetall ist wieder auf weniger als 1.000 Euro gefallen. -1,1 % am Montag führten die Aktie zurück auf Kurse von etwa 980 Euro. Damit ist eine wichtige charttechnische Unterstützung wieder unterkreuzt.

Die vorhergehende Erholung war unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich die Stimmung in der gesamten Rüstungsbranche wieder verbesserte. Mit dem NATO-Gipfel rückten die Verteidigungsausgaben erneut in den Mittelpunkt. Die NATO allerdings enttäuschte zumindest die Investoren der Rheinmetall wohl: Der Schwerpunkt der Investitionen verlagert sich in Richtung Luftverteidigung. Hier wird offenbar der Rheinmetall weniger zugetraut (was falsch ist).

Bundesregierung gibt mehr Geld aus

Auch in Deutschland zeichnet sich der Trend zur Aufrüstung weiterhin ab. Das Bundeskabinett hat inzwischen den Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 beschlossen. Zwar müssen Bundestag und Bundesrat noch zustimmen, doch bereits jetzt wird deutlich, dass die Verteidigungsausgaben mit mehr als 110 Milliarden Euro ein Rekordniveau erreichen sollen. Für Rheinmetall ist dies ein wichtiges Signal, da damit auch künftig hohe Auftragsvolumina zu erwarten sind.

Zudem konnte das Unternehmen in den vergangenen Tagen weitere internationale Aufträge gewinnen. Unter anderem kam ein zusätzlicher Auftrag aus der Ukraine hinzu. Am Montag nun gewann Rheinmetall einen Auftrag im Wert von fast 1 Mrd. Euro aus Großbritannien. Die Börsen ignorieren solche Vorkommnisse vollkommen. Die Situation der Rheinmetall hat sich nicht sonderlich verschlechtert, wollte man meinen (so auch die Analysten, die mit Kurszielen von gut 1.721 Euro im Durchschnitt fast schon 75 % Aufschlag erwarten).

Daran ändert auch der vor ca. 2,5 Wochen entgangene Fregattenauftrag nichts, der letztlich an die NVL vergeben wurde. Die Nachricht hatte einen Kurseinbruch von mehr als 18 % ausgelöst. Analysten bewerteten diese Reaktion allerdings bereits damals als deutlich überzogen. Der Markt bleibt derzeit dabei.