Rheinmetall meldet vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal – und die Aktie springt am Mittwoch um 5,68 Prozent auf 1.153,00 Euro. Der Umsatz übertrifft die Erwartungen deutlich. Gleichzeitig warnt der Konzern vor einem stark negativen operativen Free Cashflow. Zwei Analysten bleiben trotzdem bei ihren Kaufempfehlungen.
Analysten bestätigen ihre Kaufvoten
Jefferies-Analystin Chloé Lemarie hält an ihrem Kursziel von 1.300 Euro fest. Sie verweist auf den Umsatz, der 4 Prozent über den Schätzungen liegt. Noch deutlicher fällt die operative Marge aus: 17,1 Prozent statt der erwarteten 14,9 Prozent.
Bernstein-Analyst Adrien Rabier bestätigt sein „Outperform“-Rating bei einem Kursziel von 1.900 Euro. Er sieht im Umsatzwachstum von 69 Prozent eine Rückkehr der Dynamik nach einem schwachen ersten Quartal. Die Sparten Weapon & Ammunition sowie Vehicle Systems liefern laut Bernstein den größten Beitrag, gestützt durch wieder aufgenommene Auslieferungen.
Rabier geht davon aus, dass die übertroffenen Erwartungen die Glaubwürdigkeit des Konzerns stärken. Das dürfte die Aktie stützen – trotz der Cashflow-Warnung.
Warum der Cashflow einbricht
Rheinmetall erwartet für das zweite Quartal einen deutlich negativen operativen Free Cashflow. Das Unternehmen nennt mehrere Gründe: verzögerte Anzahlungen, laufende Kapazitätsinvestitionen und höhere Forderungen aus Lieferungen. Hinzu kommt ein Aufbau der Lagerbestände.
Ein Detail sticht heraus: Die starke Umsatzrealisierung zum Quartalsende ließ die offenen Kundenforderungen steigen. Das belastete den Barmittelzufluss zusätzlich. An den Märkten sorgte das zunächst für Diskussionen über die Qualität des Cashflows. Die starken operativen Kennzahlen und der hohe Auftragsbestand rückten den Fokus danach aber wieder zurück auf die Wachstumsstory.
Auftragsbestand knackt die 80-Milliarden-Marke
Der Auftragsbestand von Rheinmetall überschreitet erstmals die Marke von 80 Milliarden Euro. Allein im zweiten Quartal kamen Auftragsnominierungen von 11,371 Milliarden Euro hinzu. Zwei Deals treiben das Wachstum: ein Vertrag über Loitering Munition mit der Bundeswehr und ein Auftragspaket mit Rumänien im Rahmen des EU-Programms SAFE.
Der Konzern betont, die Vorbereitungen für die Kapazitätsausweitung unverändert voranzutreiben. Kein Wunder, dass Analysten trotz der Cashflow-Warnung optimistisch bleiben – der Auftragsbestand liefert die Basis für künftiges Wachstum.
Die vorläufigen Zahlen kommen nicht zufällig per Ad-hoc-Mitteilung: Umsatz und Ergebnis lagen nicht nur über den Analystenschätzungen, sondern auch über der erst am 2. Juli angehobenen Konzernprognose. Die detaillierten Halbjahreszahlen folgen am 6. August 2026. Investoren dürften dann vor allem auf weitere Details zur Cashflow-Entwicklung und zum Fortschritt der Kapazitätserweiterungen achten.
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