Rheinmetall hat am Freitag seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt – und zugleich mit neuen Großprojekten für Aufsehen gesorgt. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern rechnet nun mit Erlösen von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, nachdem zuvor eine Spanne von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro in Aussicht stand. Grund ist der Stopp des Fregattenprogramms F126. Parallel dazu meldete das Unternehmen einen Auftragsbestand von mehr als 100 Milliarden Euro – deutlich weniger als die zuvor genannten rund 135 Milliarden Euro.
Operativ läuft das Geschäft dennoch rund: Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz um rund 70 Prozent auf etwa 3,3 Milliarden Euro. Die Aktie reagierte auf die gemischte Nachrichtenlage zunächst verhalten. Im XETRA-Handel notiert das Papier aktuell bei 1.155,00 Euro und liegt damit 0,43 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs von 1.150,00 Euro. Damit setzt sich die Erholung der vergangenen Wochen fort – über die letzten 30 Tage steht ein Plus von 8,61 Prozent, der Kurs liegt knapp 5 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1.100,20 Euro. Vom Rekordhoch bei 2.007,00 Euro aus dem Oktober des Vorjahres ist das Papier jedoch weiterhin gut 42 Prozent entfernt.
Boxer-Deal und Raketen-Joint-Venture als neue Wachstumstreiber
Konzernchef Armin Papperger stellte gleich zwei milliardenschwere Projekte in Aussicht. Beim sogenannten Projekt „Arminius“ soll die Bundeswehr neue Boxer-Radpanzer erhalten. Für Rheinmetall beziffert Papperger das Auftragsvolumen auf 12,4 Milliarden Euro, gemeinsam mit dem Partner KNDS soll der Gesamtauftrag rund 25 Milliarden Euro umfassen. Hinzu kommt ein separater Servicevertrag über 4 Milliarden Euro. Ein erstes Paket im Volumen von 14,5 Milliarden Euro steht laut den Angaben bereits im Raum, die endgültige Entscheidung fällt nach Papperger in der ersten oder zweiten Dezemberwoche.
Zweites Standbein ist die Raketenproduktion: Zusammen mit Lockheed Martin will Rheinmetall am Standort Unterlüß Atacms-Raketen fertigen. Das Joint Venture ist genehmigt, die Produktionsanlagen sollen ab 2027 entstehen, erste Umsätze erwartet der Konzern für 2028. Papperger rechnet mit einem Marktpotenzial über 15 Jahre. Der Hochlauf werde jedoch Zeit brauchen, da die US-Arsenale nach dem Iran-Krieg erschöpft seien und ihre Wiederauffüllung länger als zwei Jahre dauere.
Interessant ist der zeitliche Zusammenfall mit einer Entscheidung des Bundestags: Das Parlament bewilligte am Freitag den Bau von vier U-Boot-Jagd-Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU samt Option auf vier weitere Schiffe – ein Programm, das unabhängig vom nun gestrichenen F126-Vorhaben läuft und zusätzlich ein Hochenergie-Laserwaffensystem sowie weitere Rüstungsgüter umfasst.
Deutsche Bank bleibt bei Kaufempfehlung
Die Deutsche Bank Research bestätigte am Freitag ihre Kaufempfehlung für Rheinmetall mit einem Kursziel von 1.800 Euro. Analyst Christoph Laskawi sieht das Risikoprofil des Konzerns durch den veränderten Tenor beim Auftragseingang nicht grundsätzlich verändert – lediglich das Timing verschiebe sich. Bei einem aktuellen Kurs von 1.155,00 Euro liegt das Kursziel damit weiterhin deutlich über dem Marktniveau.
Für Anleger bleibt die Gemengelage anspruchsvoll: Der reduzierte Umsatzausblick und der geschrumpfte Auftragsbestand zeigen, dass Rheinmetall nicht nur Wachstum abliefert, sondern auch mit dem Wegfall einzelner Großprogramme zurechtkommen muss. Gleichzeitig deuten die milliardenschweren Verhandlungen um Boxer-Fahrzeuge und Raketenproduktion darauf hin, dass neue Aufträge die entstandene Lücke mittelfristig füllen könnten. Die nächste Standortbestimmung liefert Rheinmetall mit den Zahlen zum dritten Quartal, die für den 5. November angesetzt sind. Bis dahin dürfte vor allem die Entscheidung über den Boxer-Großauftrag im Dezember im Fokus der Anleger stehen.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 7. August liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

