Rheinmetall Aktie: 135 Milliarden Auftragsbestand bis 2026

Rheinmetall verzeichnet Rekordaufträge, doch der Aktienkurs fällt auf Jahrestief. Analysten sehen die Korrektur als übertrieben an.

Rheinmetall Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie fällt auf 1.123,80 Euro
  • Barclays hält Korrektur für übertrieben
  • Marinesparte liefert erste Umsatzbeiträge
  • Dividende steigt auf 11,50 Euro

Volle Kassen, leere Depots. Bei Rheinmetall klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Rüstungskonzern sitzt auf einem massiven Auftragsbestand. An der Börse dominiert jedoch der Verkaufsdruck. Am Freitag fiel die Aktie auf 1.123,80 Euro. Damit handelt das Papier gefährlich nah am 52-Wochen-Tief.

Analysten sehen übertriebene Korrektur

Die britische Investmentbank Barclays hält die jüngste Branchenkorrektur für übertrieben. Analysten sehen den langfristigen europäischen Verteidigungszyklus als intakt an. Rheinmetall gilt dabei als einer der Hauptprofiteure. Das Brokerhaus bestätigt die Einstufung auf „Overweight“.

Das Management um Konzernchef Armin Papperger verspricht Besserung. Bereits im laufenden zweiten Quartal erwartet er eine deutliche Wachstumsbeschleunigung. Großvolumige Aufträge im Marinebereich und bei Fahrzeugen sollen Umsatz und Auftragseingang antreiben. Die Jahresprognose steht. Rheinmetall peilt bis zu 14,5 Milliarden Euro Umsatz an. Die operative Marge soll bei rund 19 Prozent liegen.

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Neues Marinegeschäft liefert ab

Ein neuer Treiber ist das Segment Naval Systems. Rheinmetall integrierte kürzlich mehrere große norddeutsche Werften in den Konzern. Darunter befindet sich das historische Blohm+Voss-Gelände. Rund 2.100 Mitarbeiter wechselten in die neue Division.

Die Übernahme macht sich bereits bezahlt. In seinem ersten Berichtsmonat März steuerte das Marinegeschäft 77 Millionen Euro zum Konzernumsatz bei. Das Geld stammt vor allem aus staatlichen Schiffsbauprogrammen.

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Politischer Rückenwind bleibt stark

Der politische Rahmen stützt den Wachstumskurs. Die Bundesregierung plant eine massive Aufstockung des Militärhaushalts. Das Management rechnet daher mit vollen Büchern. Bis Ende 2026 könnte der Auftragsbestand auf rund 135 Milliarden Euro anwachsen.

Aktionäre profitierten bereits von der guten Geschäftslage. Auf der virtuellen Hauptversammlung Mitte Mai beschlossen sie eine deutlich höhere Ausschüttung. Die Dividende stieg auf 11,50 Euro je Aktie.

An der Börse zählt nun die charttechnische Realität. Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp 30 Prozent an Wert verloren. Fällt der Kurs unter das Jahrestief bei 1.118,00 Euro, droht weitere Abwärtsdynamik. Das versprochene starke Quartalsergebnis muss nun zügig charttechnische Entlastung bringen.

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