Rheinmetall Aktie: 73 Milliarden Euro Auftragsbestand

Nach scharfem Ausverkauf erhalten Rheinmetall-Aktien wieder Kaufempfehlungen. Analysten halten die Korrektur für übertrieben.

Rheinmetall Aktie
Kurz & knapp:
  • Citigroup stuft Rheinmetall wieder auf Kauf
  • Umsatz im ersten Quartal unter Erwartungen
  • Jahresziele von Vorstand bestätigt
  • Charttechnisch bleibt die Aktie angeschlagen

Rheinmetall bekommt nach dem scharfen Ausverkauf wieder Rückendeckung von Analysten. Die Aktie erholte sich am Montag spürbar, obwohl die Belastungsfaktoren nicht verschwunden sind. Genau darin liegt der Kern der aktuellen Bewegung: Der Markt ringt mit der Frage, ob die Korrektur überzogen war oder nur eine Neubewertung nach enttäuschenden Zahlen.

Analysten sehen Kursrutsch kritisch

Die Citigroup nutzte den starken Rückgang, um Rheinmetall wieder zum Kauf zu empfehlen. Analyst Charles Armitage sieht die jüngsten Verluste im europäischen Rüstungssektor vor allem durch zwei Faktoren geprägt: Hoffnungen auf ein Friedensabkommen in der Ukraine und Zweifel an der Finanzierung höherer Verteidigungsausgaben in Europa.

Beide Punkte seien nachvollziehbar, nach Einschätzung der Bank aber übertrieben eingepreist. Das ist wichtig, weil Rheinmetall stark vom langfristigen Ausbau europäischer Verteidigungsbudgets abhängt. Wenn der Markt diesen Zyklus infrage stellt, geraten selbst operative Gewinner unter Druck.

Auch Barclays bleibt konstruktiv. Die britische Investmentbank verweist auf den hohen Auftragsbestand, die starke Position bei Munition und Militärfahrzeugen sowie auf die Fähigkeit, hohe Margen zu halten. Die Stimmung nach dem schwächeren Jahresauftakt sei aus Sicht der Analysten zu negativ geworden.

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Schwaches Quartal belastet weiter

Der Auslöser für den Abverkauf lag in den Zahlen zum ersten Quartal. Der Umsatz stieg um 7,7 Prozent auf 1,938 Milliarden Euro, blieb damit aber klar unter den Markterwartungen. Das operative Ergebnis legte um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro zu.

Der Rückstand beim Umsatz lag nach Unternehmensangaben vor allem an zeitlichen Verschiebungen. Vorproduzierte Lkw für einen deutschen Kunden und höhere Munitionsauslieferungen aus dem Werk im spanischen Murcia sollen erst später abgenommen werden. Operativ ist das weniger kritisch als ein Nachfrageproblem, am Markt reichte diese Erklärung zunächst nicht.

Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seinen Zielen fest. Erwartet wird ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent sowie eine operative Marge von rund 19 Prozent. Der Auftragsbestand lag Ende März bei 73 Milliarden Euro.

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Chartbild bleibt angeschlagen

Der Montag brachte Entspannung, aber keine Trendwende. Die Aktie schloss bei 1.178,00 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen liegt sie noch immer 20,22 Prozent im Minus, seit Jahresanfang sogar 26,44 Prozent.

Auch technisch bleibt das Bild anspruchsvoll. Der Kurs notiert deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.440,57 Euro, der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 28,71 Prozent. Der RSI von 93,2 signalisiert nach der schnellen Erholung kurzfristig eine stark überhitzte Bewegung.

Damit prallen zwei Kräfte aufeinander: fundamental hohe Auftragsbestände und intakte Jahresziele auf der einen Seite, enttäuschtes Vertrauen und ein klar beschädigter Chart auf der anderen. Erst ein nachhaltiger Anstieg über die wichtigen Durchschnittslinien würde den Erholungsversuch charttechnisch untermauern.

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