Die Eröffnung der Rüstungsmesse Eudex in Essen hat den Papieren von Rheinmetall am heutigen Handelstag keine Stütze geboten. Mit einem Minus von 2,2 Prozent fiel die Notierung auf 989,30 Euro zurück. Damit baut sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch weiter auf minus 51 Prozent aus.
Anleger zeigen sich trotz stabiler Auftragslage bei europäischen Rüstungsprogrammen zurückhaltend. Dass die Messeeröffnung keine neuen Impulse setzte, unterstreicht die veränderte Marktstimmung nach der vorangegangenen Rally. Marktteilnehmer gewichten operative Fortschritte derzeit vorsichtiger und blicken verstärkt auf die anstehenden Geschäftszahlen.
Fortschritte bei Rüstungsprojekten der Bundeswehr
Auf operativer Ebene meldete der Konzern jüngst den Abschluss wichtiger Meilensteine. Beim Schieß- und Gefechtssimulator AGSW für den Schweren Waffenträger Infanterie bestand das System den Factory Acceptance Test am Standort Bremen. Ein Projektleiter des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr bestätigte den erfolgreichen Test.
Das Ausbildungsgerät dient der Schulung für den Schweren Waffenträger Infanterie auf Basis des Radpanzers Boxer mit Lance-Turm und Maschinenkanone MK30-2 ABM, von dem Deutschland insgesamt 123 Exemplare beschafft.
Die Entwicklung des Ausbildungssystems begann nach Vertragsschluss Anfang 2024. Nach der Werksabnahme ist die Übergabe des ersten Systems an die Infanterieschule für den Herbst vorgesehen. Bis Mitte 2027 sollen insgesamt fünf AGSW-Systeme ausgeliefert werden, nachdem zuvor bereits Handlungstrainer an die Jägerbataillone gingen.
Investitionen in Großbritannien und Ausblick auf das dritte Quartal
Parallel dazu erweitert das Unternehmen seine industriellen Fähigkeiten im Ausland. In Telford nahm Rheinmetall eine neue Vibrationstestanlage in Betrieb. Die Einrichtung ist auf Großstrukturen von bis zu 40 Tonnen ausgelegt und simuliert Vertikalbewegungen sowie Neigungen. Sie dient vorrangig der Weiterentwicklung des Kampfpanzers Challenger 3 für die britischen Streitkräfte, steht aber auch für künftige Verteidigungsplattformen zur Verfügung.
Im operativen Zahlenwerk zeigte das zweite Quartal des laufenden Jahres ein deutliches Umsatzwachstum auf 3,29 Milliarden Euro gegenüber 2,43 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie lag im selben Quartal bei 2,66 Euro nach 2,90 Euro im Vorjahr.
Die nächsten offiziellen Zwischenergebnisse folgen am 5. November mit der Bilanz zum dritten Quartal.
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