Rheinmetall hat sich am Freitag in einem Punkt deutlich verändert. Das Papier erreichte mit rund 1.202 Euro immerhin den Ausbruch auf mehr als 1.200 Euro. Und dennoch: Der Abstand zum GD100 beträgt damit minus 2,42 %. Die Aktie ist also immer noch nicht im Aufwärtstrend, technisch betrachtet.
Es fehlt weiterhin der nachhaltige (!) Sprung über 1.200 Euro. Die Aktie hatte kürzlich genau diese Marke überwunden. Jetzt gilt hier wiederum extreme Vorsicht.
Es gibt keine neuen Nachrichten aus dem Rüstungsbereich insgesamt, die hier helfen könnten. Renk als möglicher Konkurrent, zumindest an den Börsen, ist um 1,26 % geklettert. Das bedeutet, dass sich Rheinmetall derzeit nicht sonderlich von der Konkurrenz abhebt.
Analysten sehen deutlich höhere Kurse
Rheinmetall hat alle Chancen, an den Märkten insgesamt nachhaltig zu überzeugen. Davon sind Analysten fast durchgehend überzeugt. Sie formulieren Kursziele in Höhe von rund 1.690 Euro. Das allerdings hilft im Moment an den Börsen wenig.
Selbst neue Nachrichten haben hier derzeit kaum einen Wert. Die Notierungen waren in den vergangenen Wochen immer wieder am endgültigen Ausbruch gehindert worden. Ein Umstand, der insofern verwundert, als die wirtschaftlich orientierten Analysten und Beobachter beispielsweise die Quartalszahlen recht positiv kommentiert hatten.
Die Umsätze waren um knapp 70 % gestiegen. Auch die Erwartungen der Analysten wurden deutlich übertroffen. Rund 560 Millionen Euro Gewinn waren verbucht worden. Dies war ebenfalls für die Analysten sehr interessant und unerwartet. Erwartet worden waren rund 470 Millionen Euro.
All das hilft derzeit nicht. Noch immer sind Analysten der Meinung, dass die Aktie unterbewertet ist, während der Markt immer wieder auf die Cash-Problematik des Unternehmens zurückkommt.
Der Free Cashflow bleibt ein Thema
Hier wird vermutet, dass der Aufbau von Rüstungskapazitäten nicht schnell genug vorangeht. Insofern könnte Rheinmetall darunter deutlich leiden, erwarten jedenfalls die Märkte im Gegensatz zu den Analysten.
Die Analysten wissen um die Schwäche beim Free Cashflow. Diese dokumentiert sich auch in einem negativen Wert im zweiten Quartal. Allerdings gibt es dafür hinreichende Gründe, die zumindest glaubwürdig sind. Rheinmetall hat unter anderem bekannt gegeben, dass auch die Lagerbestände aufgebaut wurden. Das Unternehmen investiert also in seine Lieferfähigkeit. Das ist bei den zu erwartenden Umsatzwachstumsraten und einem größeren Auftragseingang zumindest nicht unglaubwürdig.
Insofern haben sich die Börsen hier offensichtlich weiter geirrt. Zumindest die Analysten sind der Meinung, dass die Aktie sehr klar um mindestens 40 % nach oben klettern kann.
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