Rheinmetall Aktie: Analysten kapitulieren

JPMorgan-Analyst David Perry zieht seine Kaufempfehlung zurück und senkt das Kursziel auf 1.500 Euro.

Rheinmetall Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie fällt auf tiefsten Stand seit April 2025
  • JPMorgan streicht Kaufempfehlung und senkt Ziel
  • Vierte Markterwartungsverfehlung in sechs Monaten
  • Geopolitische Entspannung belastet Rüstungsbranche

Der einstige Börsenliebling unter den Rüstungstiteln erlebt gerade einen schmerzhaften Realitätscheck. Freitag brach die Aktie auf das niedrigste Niveau seit April 2025 ein — zeitweise bis auf 1.218 Euro. Die psychologisch wichtige Marke von 1.300 Euro hält nicht mehr stand.

Wenn der letzte Bulle die Fahne streicht

Besonders bitter für hartgesottene Rheinmetall-Fans: David Perry von JPMorgan hat seine Kaufempfehlung gestrichen. Perry war bis zuletzt einer der überzeugten Fürsprecher des Konzerns und sah in jedem Rücksetzer eine Einstiegsgelegenheit. Damit ist vorbei. Er kappte sein Kursziel auf 1.500 Euro und begründet den Schritt mit einer auffälligen Serie von Enttäuschungen: Viermal in den vergangenen sechs Monaten hat Rheinmetall die Markterwartungen verfehlt.

Perry hält sinkende Ergebnisschätzungen für wahrscheinlicher als steigende und reduzierte seine eigenen Prognosen bis 2030 um bis zu fünf Prozent. Was noch mehr wiegt: Einige Investoren zweifeln offenbar bereits am Produktportfolio des Konzerns. Perry teilt diese Skepsis zwar nicht persönlich — aber er räumt ein, dass allein das Vorhandensein solcher Zweifel eine Neubewertung der Aktie vorerst blockieren dürfte.

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Auch Adrien Rabier von Bernstein Research stimmt die Anleger auf eine verlängerte Durststrecke ein. Eine echte Trendwende brauche einen handfesten Umsatzschub — und der lässt auf sich warten. Rabier bleibt zwar grundsätzlich optimistisch und hält an einem Kursziel von 2.050 Euro fest, der Tenor seiner Analyse klingt allerdings wenig ermunternd.

Doppelter Gegenwind: Analysten und Geopolitik

Zum Analysendruck gesellt sich ein zweites Problem. Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran sendet gemischte Signale an den Markt. Anleger scheinen einen baldigen Friedensschluss einzupreisen — was für Rüstungskonzerne strukturell negative Implikationen hätte. Der Abverkauf erfasste dabei die gesamte Branche: RENK und Hensoldt verloren ebenfalls deutlich, Leonardo und BAE Systems gerieten europaweit unter Druck.

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Dabei wäre das fundamentale Bild eigentlich nicht hoffnungslos. Im ersten Quartal 2026 erzielte Rheinmetall ein Umsatzwachstum von rund acht Prozent auf etwa 1,9 Milliarden Euro, das operative Ergebnis stieg um rund 17 Prozent. Das Management selbst erwartet, dass rund 64 Prozent des Jahresumsatzes erst in der zweiten Jahreshälfte anfallen — setzt also voll auf eine Aufholjagd. Und für die längere Zukunft arbeitet Rheinmetall an einem neuen Standbein: Noch in diesem Jahr soll in Unterlüß die Produktion von Marschflugkörpern anlaufen, gemeinsam mit dem niederländischen Partner Destinus.

Das alles reicht der Börse momentan nicht. Vom Allzeithoch bei 2.008 Euro aus dem Oktober 2025 hat die Aktie inzwischen mehr als ein Drittel ihres Wertes eingebüßt — und das trotz unverändert hoher Verteidigungsbudgets in Europa. Die Bären haben vorerst das Zepter übernommen.

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