Rheinmetall-Aktie: Attacke!

Rheinmetall-Aktie stabilisiert sich um 1.222 Euro, Analysten senken Kursziele. Fokus kehrt zu soliden Aufträgen und Verteidigungsausgaben zurück.

Rheinmetall Aktie - Beitragsbild
Kurz & knapp:
  • Aktie zeigt Stabilisierungstendenzen
  • Analysten passen Kursziele an
  • Bundeswehr-Auftrag über eine Milliarde
  • Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro

Lange Zeit wirkte Rheinmetall wie ein Paradebeispiel für einen überhitzten Börsenwert. Nach dem massiven Höhenflug folgte eine scharfe Korrektur, die viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischte. Nun zeigt sich am Montag jedoch, dass die Aktie sich am Feiertag (an dem gehandelt wird) bei rund 1.222 Euro im Verlauf der vergangenen Tage zumindest relativ stabilisiert.
Die Notierungen sind auf dem Weg nach oben allerdings aktuell noch immer recht gehemmt.

Einige Analysten haben kalte Füße

So haben einige Analysten bereits wissen lassen, dass die vormals hohen Kursziele nicht ganz gehalten werden. Jefferies hat zum Pfingswochenende die Schätzungen auf 1.890 Euro gesenkt. Dies wäre allerdings noch immer ein extrem scharfer Lauf nach oben. Die UBS hat auf 1.500 Euro gesenkt und damit zuletzt einen heftigen Abschlag in Kauf genommen.
Dennoch hat sich derzeit die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Aktie nicht nach unten durchrutschen wird, sondern relativ stabil deutlich über 1.000 Euro bleibt.

Noch vor wenigen Handelstagen bestimmten Sorgen über den charttechnischen Zustand die Diskussionen. Mit dem Fall unter wichtige Marken verschlechterte sich die Stimmung spürbar. Viele Marktteilnehmer fürchteten sogar einen Rückgang in Richtung von 1.000 Euro.
Jetzt tritt wieder die fundamentale Seite des Unternehmens stärker in den Vordergrund. Rheinmetall profitiert weiterhin von hohen Verteidigungsausgaben und einer starken Nachfrage nach militärischer Ausrüstung. Neue Großaufträge sorgen dafür, dass die Auftragsbücher über Jahre hinweg gefüllt bleiben. 73 Mrd. Euro waren es zum 31. März, bei einem Jahresumsatz von in etwa 14 Mrd. Euro.
Besonders viel Aufmerksamkeit erhält derzeit ein neuer Bundeswehr Auftrag für mehr als 2.000 Lastwagen. Das Volumen liegt bei über einer Milliarde Euro. Die Auslieferungen sollen bereits bis Ende 2026 erfolgen. Anleger verbinden damit die Hoffnung auf zusätzliche Umsatzimpulse schon im laufenden Geschäftsjahr.
Auch Analysten bleiben mehrheitlich positiv. Während einzelne Häuser ihre Kursziele reduziert haben, sehen viele Experten weiterhin enormes Potenzial. Das durchschnittliche Kursziel liegt klar über den aktuellen Notierungen. Im Mittel reichen die Schätzungen in Regionen oberhalb von 1.900 Euro.
Dennoch bleibt Vorsicht angebracht. Der langfristige Trend zeigt noch immer nach unten. Erst eine nachhaltige Rückkehr über wichtige Durchschnittslinien würde das Chartbild deutlich aufhellen.

Trotz dieser Unsicherheiten verändert sich die Wahrnehmung an den Börsen langsam wieder. Der Fokus verschiebt sich zunehmend weg von kurzfristigen Kursverlusten hin zur Frage, wie stark Rheinmetall von der anhaltenden Aufrüstung in Europa langfristig profitieren kann. Der Durchbruch ist noch nicht gelungen. Noch nicht.

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