Rheinmetall verstärkt seine Entwicklungsaktivitäten im Bereich unbemannter und vernetzter Militärfahrzeuge. Am Dienstag gaben Rheinmetall Defence Australia und das Unternehmen Breaker eine Kooperation bekannt, um sogenanntes Human Machine Teaming in gepanzerte Fahrzeuge zu integrieren. Eine erste Demonstration dieser Technologie erfolgte nach Unternehmensangaben bereits mit dem Radpanzer Boxer in Australien.

Expansion im Weltraum und in Skandinavien

Die Zusammenarbeit unterstreicht die Strategie des Rüstungskonzerns, moderne Aufklärungs- und Steuerungstechnologien tiefer im eigenen Portfolio zu verankern. Diese Ausrichtung reicht inzwischen über klassische Landsysteme hinaus.

Am 1. Oktober brachten Rheinmetall Italia und Argotec einen gemeinsam entwickelten Satelliten mit einer SpaceX Falcon 9 von der Vandenberg Space Force Base ins All. Das System dient primär der satellitengestützten Luftverteidigungsüberwachung und der militärischen Lageerfassung.

Parallel dazu vergrößert der Konzern seine operative Präsenz in Nordeuropa. Ebenfalls am 1. Oktober eröffnete Rheinmetall Nordic AS einen neuen Standort im norwegischen Skoppum. Die Anlage umfasst 4.579 Quadratmeter und ist für 127 Beschäftigte ausgelegt. Sie dient unter anderem der Entwicklung, Produktion und Systemintegration.

Finanzieller Puffer für künftige Projekte

Um den operativen Handlungsspielraum abzusichern, hat Rheinmetall am Donnerstag seine syndizierte Kreditlinie vorzeitig von 750 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro verdoppelt. Die neue Fazilität ersetzt die bisherige Vereinbarung vollständig und steht für allgemeine Unternehmenszwecke bereit. Dabei stellte das Unternehmen den beteiligten Bankenkreis neu auf und erweiterte ihn um internationale Partner.

Die finanzielle Flexibilität trifft auf eine anspruchsvolle Marktphase. An der Börse verlor das Papier seit Jahresbeginn 40 Prozent an Wert und beendete den Handel am Freitag bei 935,30 Euro.

Zurückhaltende Töne bei Analysten

Am Markt mehrten sich zum Wochenausklang skeptischere Stimmen hinsichtlich des längerfristigen Wachstums. Am Freitag stufte Berenberg die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ ab und senkte das Kursziel von 1.600 auf 1.020 Euro. Analyst George McWhirter begründete diesen Schritt mit Unsicherheiten bezüglich der mittelfristigen Perspektiven. Für die Zeit nach 2030 benötige der Konzern weiteren Auftragszuwachs.

Klarheit über den laufenden Geschäftsbetrieb erhalten Marktteilnehmer am 5. November. An diesem Tag legt Rheinmetall den Zwischenbericht zum dritten Quartal vor.