Berenberg hat gestern bei Rheinmetall auf ein mögliches Risiko durch ausbleibende Vorauszahlungen hingewiesen: Der freie Cashflow könnte um bis zu rund drei Milliarden Euro belastet werden. Das Haus beließ die Einstufung auf „Hold“ mit einem Kursziel von 1.020 Euro. Analyst George McWhirter knüpft sein Risikoszenario an eine mögliche Verzögerung des Boxer-Großauftrags, die nicht bestätigt ist.

Mögliche Folgen für das Auftragsziel

McWhirter zufolge könnte eine spätere Bestellung außerdem dazu führen, dass Rheinmetall sein Auftragsziel für 2026 verfehlt. Seine Einschätzung betrifft damit sowohl den erwarteten Auftragseingang als auch die Vorauszahlungen, die bei einer späteren Vergabe ausbleiben könnten.

Medienberichten vom Montag zufolge könnte die Festbestellung für das Bundeswehr-Vorhaben Arminius frühestens im Februar 2027 erfolgen. Der mögliche Gesamtwert liege bei etwas mehr als 20 Milliarden Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Der Vertragswert solle rund zehn Prozent unter früheren Angaben liegen. Rheinmetall-CEO Armin Papperger hatte den Anteil des Unternehmens an der Festbestellung im August auf etwa 12,4 Milliarden Euro beziffert. Das Verteidigungsministerium äußerte sich dem Bericht zufolge auf Anfrage nicht.

Jefferies hält an Kaufempfehlung fest

Jefferies bestätigte am Montag die Einstufung „Buy“ und das Kursziel von 1.350 Euro. Analystin Chloe Lemarie erwartete vor den Quartalszahlen ein solides Quartal. Die Rheinmetall-Aktie stieg gestern um 0,6%; damit verzeichnete sie nach dem Druck infolge des Berichts vom Montag wieder einen Tagesgewinn.

Bei den Auslieferungen meldete Rheinmetall am Freitag einen vollzogenen Schritt: Die ersten Caracal-Serienfahrzeuge gingen an die Bundeswehr und die niederländischen Streitkräfte. Nach Unternehmensangaben sollen bis 2030 insgesamt über 1.500 Fahrzeuge ausgeliefert werden.