Rheinmetall fällt am Freitag unter die Marke von 1.000 Euro. Ein Minus von rund 2,3 % drückt den Titel erstmals wieder unter diese viel beachtete Schwelle. Charttechnisch verschärft der Rückgang den seit Monaten laufenden Abwärtstrend. Dies ist aus Sicht dieser Analysten ein klares Indiz für einen neuen laufenden Abwärtstrend. Schlimm, heißt es teils in Kommentaren. Die Vorzeichen aber könnten durchaus schlechter sein.
Im US-Geschäft hat Rheinmetall einen wichtigen Meilenstein erreicht. American Rheinmetall übergab der U.S. Army am 1. September den ersten Lynx-XM30-Prototyp. Weitere Fahrzeuge sollen folgen. Das XM30-Programm dient der Suche nach einem Nachfolger für den Bradley-Schützenpanzer und könnte bei einem Zuschlag Aufträge in Milliardenhöhe bringen. Auch in Polen baut Rheinmetall seine Aktivitäten aus. Auf der Verteidigungsmesse MSPO vereinbarte der Konzern mit MAN Truck & Bus und der polnischen WB Group eine Zusammenarbeit bei Militärfahrzeugen und Mobilitätslösungen. Dabei sollen die Fahrzeugtechnik der deutschen Partner und die Systeme von WB Group miteinander verbunden werden.
Bestellungen überall
Weitere Bestellungen kommen aus den USA und dem Zuliefergeschäft. Am 4. September erhielt Rheinmetall einen Vertrag über Ersatzteile für die U.S. Navy. Kongsberg Defence & Aerospace bestellte außerdem bearbeitete Komponenten. Hinzu kommt ein US-Auftrag im Volumen von 710.000 Dollar.
Für das wachsende Geschäft investiert Rheinmetall auch in neue Kapazitäten. In Kassel-Calden ist ein Logistik- und Technologie-Hub für rund 270 Millionen Euro geplant. Der Standort soll bis Ende 2027 seinen Betrieb aufnehmen und zusätzliche Möglichkeiten für Logistik und technische Arbeiten schaffen. Ein erheblich größeres Volumen könnte das Arminius-Beschaffungsprogramm liefern. Vorstandschef Armin Papperger rechnet daraus bis Ende 2026 mit Fahrzeuggeschäften von rund 12,4 Milliarden Euro.
Die Analysten bleiben überwiegend deutlich über dem aktuellen Börsenkurs. Im Mittel liegt das Kursziel bei rund 1.660 Euro. Deutsche Bank Research bestätigte Anfang September ihre Kaufempfehlung und nennt 1.800 Euro. mwb Research stufte Rheinmetall am 8. September auf „Hold“ hoch. Vom aktuellen Niveau unter 1.000 Euro bis zum durchschnittlichen Analystenziel beträgt der rechnerische Abstand damit mehr als 66 %.
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