Ein erfreulicher Wochenauftakt hellt das Bild der Rheinmetall nun etwas auf. 3,28 % Plus stehen auf den Kurstafeln, der Kurs kommt auf ein neues Niveau von 1.071,40 Euro. Das ist noch immer kein Durchbruch in einen Aufwärtstrend, aber ein erstes gutes Signal dafür, dass 1.000 Euro nun nachhaltig überwunden sind.

Ein Problem allerdings schob der Markt damit beiseite: China. Der Handelskonflikt zwischen der Europäischen Union und China erfasst zunehmend auch die europäische Rüstungsindustrie. Als Reaktion auf EU-Sanktionen verhängt Peking Exportbeschränkungen für sogenannte Dual-Use-Güter gegen 14 europäische Unternehmen. Zu den unmittelbar betroffenen Konzernen gehört Rheinmetall. Besonders bei kriegswichtigen Rohstoffen wie Seltenen Erden sowie bei Spezialelektronik und optischen Komponenten könnten sich die Lieferbedingungen künftig verschärfen. Zwar bleiben Sondergenehmigungen für einzelne Lieferungen grundsätzlich möglich, dennoch wächst die Unsicherheit entlang der europäischen Lieferketten.

Rheinmetall: Noch ist China kein Problem

Die vergleichsweise gelassene Marktreaktion steht jedoch im Kontrast zu den zusätzlichen Risiken, die sich durch die chinesischen Exportbeschränkungen für europäische Rüstungsunternehmen ergeben.

Vor allem der erschwerte Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen und Komponenten könnte sich langfristig bemerkbar machen. Seltene Erden sind für zahlreiche Hochtechnologieprodukte unverzichtbar, während Spezialelektronik und optische Bauteile in modernen Verteidigungssystemen eine zentrale Rolle spielen. Kurzfristig erwartet Rheinmetall zwar keine gravierenden Auswirkungen auf die Produktion, doch die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten rückt stärker in den Fokus.

Ungeachtet dieser Herausforderungen setzt der Konzern seinen Ausbau der europäischen Munitionsproduktion fort. Am Standort Aschau am Inn investiert Rheinmetall rund 350 Millionen Euro in den Bau einer neuen Pulverfabrik. Das Vorhaben ist Teil des Programms „Project Firepower“, mit dem bestehende Werke modernisiert und zusätzliche Produktionskapazitäten geschaffen werden. Hinzu kommen internationale Milliardenprojekte in Bulgarien und Rumänien, die den Ausbau der europäischen Fertigung für NATO-Artilleriemunition vorantreiben sollen.

Der Blick auf die längerfristige Kursentwicklung zeigt allerdings, dass die jüngste Erholung nur einen kleinen Teil der vorherigen Verluste ausgleicht. Nach der Stornierung des F126-Fregattenprojekts Ende Juni geriet die Aktie erheblich unter Druck und ringt weiterhin um eine nachhaltige Bodenbildung im Bereich der psychologisch wichtigen Marke von 1.000 Euro. Trotz des jüngsten Kursanstiegs summiert sich das Minus seit Jahresbeginn noch immer auf knapp 30 %. Analysten erwarten allerdings Kursziele von annähernd immerhin 1.700 Euro!