Für die Aktie von Rheinmetall bleibt die Lage am Mittwoch angespannt. Nach den jüngsten Kursverlusten notiert das Papier inzwischen deutlich unter wichtigen charttechnischen Marken. Aus technischer Sicht hat sich das Bild spürbar eingetrübt, nachdem der Titel zuletzt erheblich an Dynamik verloren hat.
Fundamental lässt sich der Rückgang dagegen nur eingeschränkt erklären. Zwar dürfte die Absage des F126-Fregattenprogramms und der damit verbundene Wegfall von Aufträgen die Stimmung belastet haben. Gemessen an den erwarteten Erlösen des Konzerns fällt der unmittelbare wirtschaftliche Effekt jedoch vergleichsweise gering aus.
Rheinmetall: Analysten ändern ihre Meinung kaum
Gleichzeitig gibt es weiterhin positive Entwicklungen. Rheinmetall hat zuletzt neue Aufträge erhalten, unter anderem aus der Ukraine. Zudem reagiert das Unternehmen auf die veränderte Situation mit Kostendisziplin und hat die geplante Einstellung zusätzlichen Personals für die Werft vorerst gestoppt. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wird dies von vielen Beobachtern als nachvollziehbarer Schritt gewertet, um die Kapazitäten an die aktuelle Auftragslage anzupassen.
An den Wachstumsaussichten hat sich bislang wenig geändert. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen Analysten weiterhin mit einem Umsatz von mehr als 14 Milliarden Euro. Das entspräche einem Wachstum von rund 40 % gegenüber dem Vorjahr und unterstreicht, dass die grundlegenden Perspektiven des Unternehmens weiterhin positiv eingeschätzt werden.
Gleichwohl steht die gesamte Rüstungsbranche derzeit verstärkt im Fokus. Innerhalb der NATO wird darüber diskutiert, ob die Industrie ihre Produktionskapazitäten schneller ausbauen müsse, um den steigenden Bedarf langfristig decken zu können. Daraus leiten einige Marktteilnehmer die Frage ab, ob Unternehmen wie Rheinmetall frühzeitig ausreichend investiert haben. Konkrete Belege für eine daraus resultierende operative Schwäche gibt es bislang allerdings nicht.
Die Analysten bleiben deshalb überwiegend optimistisch. Trotz der jüngsten Kursverluste sehen viele Experten die Aktie weiterhin deutlich unter ihrem fairen Wert und halten auf Sicht der kommenden Monate weiteres Aufwärtspotenzial für möglich. Kurzfristig dürfte jedoch vor allem die allgemeine Marktstimmung darüber entscheiden, ob sich der Titel wieder stabilisieren kann.
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