Für Rheinmetall endete der Handel am Donnerstag nur knapp oberhalb der Marke von 1.010 Euro. Heute ging es dann auf 996 Euro abwärts. Damit setzt sich die jüngste Schwächephase fort. Aus charttechnischer Sicht rückt nun die Marke von 1.000 Euro in den Fokus, die als wichtige Unterstützung galt. Hält sie nicht, wird es rasant. Ein (deutliches) Unterschreiten würde das technische Bild dagegen weiter eintrüben.

Es geht um alles

Auffällig ist allerdings, dass nicht nur Rheinmetall unter Druck stand. Die gesamte Rüstungsbranche zeigte sich zuletzt schwächer, auch andere Werte verzeichneten deutliche Kursverluste. Das spricht dafür, dass die aktuelle Entwicklung weniger auf unternehmensspezifische Probleme als auf eine vorsichtigere Stimmung gegenüber dem gesamten Sektor zurückzuführen ist.

Für Verunsicherung sorgte zuletzt eine Meldung, wonach Rheinmetall seine Erwartungen für den Auftragseingang im zweiten Quartal reduziert haben soll. Statt eines Volumens von deutlich über 20 Milliarden Euro wird nun offenbar nur noch ein niedriger zweistelliger Milliardenbetrag erwartet. Das enttäuschte einige Marktteilnehmer.

Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen jedoch seine Prognose für das Gesamtjahr. Rheinmetall rechnet weiterhin mit einem Umsatz von mehr als 14 Milliarden Euro. Das entspräche einem Wachstum von deutlich über 40 % gegenüber dem Vorjahr. Darüber hinaus soll sich die operative Marge auf rund 19 % verbessern, nachdem sie in den vergangenen Jahren überwiegend im Bereich von 11 bis 12 % lag. Damit würde nicht nur der Umsatz kräftig steigen – auch die Profitabilität des Unternehmens würde sich deutlich verbessern.

An den langfristigen wirtschaftlichen Perspektiven hat sich damit bislang wenig geändert. Zwar belastete der Wegfall des F126-Fregattenprogramms vor zwei Wochen die Stimmung erheblich, die Jahresziele wurden jedoch ausdrücklich bestätigt.

Auch die Analysten bleiben überwiegend positiv. Berenberg hat das Kursziel zwar auf 1.600 Euro reduziert, sieht damit aber weiterhin erhebliches Aufwärtspotenzial. Bernstein bewertet die Aktie sogar mit einem Kursziel von 1.900 Euro und zählt damit zu den optimistischsten Häusern.

Zusätzliche Fantasie könnte ein möglicher Auftrag aus Belgien bringen. Dabei geht es um Luftverteidigungssysteme mit einem potenziellen Volumen von rund 3,1 Milliarden Euro. Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus.