Auf Xetra endete der Handel der Rheinmetall-Aktie gestern auf dem Niveau von1.142,20 Euro. Das entsprach einem weiteren Verlust im Umfang von -0,37 %. Nicht gut ist aus Sicht der technischen Analysten, dass die Aktie wieder sehr klar im Abwärtstrend verläuft. Wenig verwunderlich:

Rheinmetall hat mit den endgültigen Zahlen zum zweiten Quartal zwar erneut eine starke wirtschaftliche Entwicklung bestätigt, dennoch fiel die Reaktion an der Börse zunächst verhalten aus. Nach dem zwischenzeitlichen Kursrückgang scheiterte auch ein erster Erholungsversuch, bevor sich die Aktie zu Wochenbeginn wieder stabilisierte. Die Geschäftszahlen selbst lieferten dagegen mehrere Rekordwerte und bestätigten die hohe Auslastung des Rüstungskonzerns.

Rheinmetall konnte den Umsatz deutlich erhöhen

Im ersten Halbjahr erhöhte sich der Umsatz um 39 % auf 5,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 74 % auf 786 Millionen Euro zu, während sich die operative Marge auf 15,0 % verbesserte. Bereits die Ende Juli veröffentlichten vorläufigen Zahlen hatten die Erwartungen übertroffen; der operative Gewinn lag damals rund 20 % über dem Analystenkonsens. Gleichzeitig erreichte der Auftragsbestand mit 80,5 Milliarden Euro einen neuen Höchststand und bildet weiterhin die Grundlage für eine langfristig hohe Produktionsauslastung.

Neue Impulse kommen nun aus dem Fahrzeuggeschäft. Gemeinsam mit KNDS liefert Rheinmetall weitere 69 Boxer-Radschützenpanzer an die Bundeswehr und die niederländischen Streitkräfte, nachdem die europäische Beschaffungsbehörde OCCAR eine bestehende Option gezogen hat. Dadurch wächst die Gesamtbestellung auf 222 Fahrzeuge. Deutschland erhält 35 zusätzliche Systeme, auf die Niederlande entfallen weitere 34 Einheiten. Der Auftrag stärkt die Auslastung der Fertigung und ergänzt die bereits gut gefüllten Auftragsbücher.

Auch Warburg Research sieht die jüngsten Entwicklungen positiv. Analyst Christian Cohrs bestätigte sein Kursziel von 1.500 Euro und verweist auf ein Potenzial von in etwa 25 %. Aus seiner Sicht enthielten die endgültigen Quartalszahlen keine negativen Überraschungen, da die wesentlichen Eckdaten bereits bekannt gewesen seien. Besonders hebt er hervor, dass sämtliche operativen Geschäftsbereiche zur Verbesserung der Marge beigetragen haben.

Die leichte Anpassung der Umsatzprognose ordnet Warburg ebenfalls als Sondereffekt ein. Ausschlaggebend sei in erster Linie der Wegfall des F126-Fregattenprogramms. Hinzu kommen zeitliche Verschiebungen beim Projekt Arminius, die einzelne Auftragseingänge verzögern. An der Zielmarge von rund 19 % hält das Unternehmen unverändert fest.

Der Wochenauftakt verlief dennoch zurückhaltend: Rheinmetall gab um 0,28 % nach und wurde zuletzt bei 1.143,20 Euro gehandelt wie beschrieben. Generell sehen Analysten die Aktie aber sogar bei etwas mehr als 1.650 Euro!