Die Diskussion um Rheinmetall wird derzeit stark von den jüngsten Kursverlusten bestimmt. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass sich an den wirtschaftlichen Perspektiven des Unternehmens bislang nur wenig geändert hat. Zwar belastete der Verlust eines bereits erwarteten Bundeswehr-Auftrags die Stimmung an der Börse erheblich. Die Reaktion der Anleger fiel jedoch deutlich stärker aus als die tatsächlichen finanziellen Folgen für den Konzern.

Das sieht nicht so schlecht aus!

Darauf weist inzwischen auch die DZ Bank erneut hin. Nach Einschätzung der Analysten bleibt nicht nur Rheinmetall, sondern die gesamte deutsche Rüstungsindustrie in einer aussichtsreichen Position. Die Nachfrage nach militärischer Ausrüstung dürfte auf Jahre hinaus hoch bleiben. Davon könnten neben Rheinmetall auch Unternehmen wie Hensoldt und Renk profitieren.

Vor allem die Bewertung der Aktie fällt inzwischen auf. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem Umsatz von gut 14 Milliarden Euro. Unter dem Strich wird ein Nettogewinn von rund 1,6 Milliarden Euro erwartet. Daraus ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von ungefähr 26. Noch vor wenigen Monaten lag dieser Wert deutlich höher. Durch den kräftigen Kursrückgang hat sich die Bewertung nahezu halbiert, obwohl sich an den Gewinnerwartungen nur vergleichsweise wenig verändert hat.

Gerade darin sehen viele Analysten den entscheidenden Punkt. Während der Aktienkurs im bisherigen Jahresverlauf um rund 39 % nachgegeben hat und allein im Juni etwa 26 % verlor, bleiben die langfristigen Geschäftsaussichten weitgehend unverändert. Entsprechend liegen die durchschnittlichen Kursziele weiterhin deutlich über dem aktuellen Börsenkurs und deuten auf ein Aufwärtspotenzial von rund 90 % hin.

Aus technischer Sicht befindet sich die Aktie zwar weiterhin in einem Abwärtstrend. Wer dagegen vor allem auf die wirtschaftlichen Kennzahlen blickt, kommt derzeit vielfach zu einer deutlich positiveren Einschätzung als der Markt.