Rheinmetall verlor am Mittwoch etwas über 0,7 % auf 1.196,40 Euro. Die bedeutendere Nachricht kommt jedoch nicht vom Kurszettel. Der Konzern treibt aktuell seinen Umbau zu einem reinen Verteidigungsunternehmen weiter voran und trennt sich endgültig von historischen Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts. Dies hat sich an den Börsen zwar zuletzt nicht mehr gezeigt. Und dennoch sollte das ein wichtiges Signal für die Leistungsfähigkeit des Konzerns sein und bleiben.

Rheinmetall: Nach diesem Schritt

Im Mittelpunkt dieser Debatte steht letztlich als jüngeres strategisches Merkmal der jüngste Verkauf der Power-Systems-Sparte an die Industrieholding Aequita. Mit diesem Schritt verabschiedet sich Rheinmetall vom traditionellen Automobilzuliefergeschäft, das zuletzt einen Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro erwirtschaftete. Künftig sollen die Ressourcen vollständig auf Verteidigung, Sicherheit und militärische Hochtechnologie konzentriert werden.

Die Märkte sind allerdings hier ebenso wenig überzeugt wie durch die Nachrichten, die gestern um die Ticker gingen. Die Rheinmetall versucht nun Schwerlastdrohnen mit dem Startup ERC zu realisieren. Dies wiederum hat der Markt noch nicht belohnt, vielleicht auch gar nicht beachtet.

Rheinmetall im großen Gewitter: Die Stimmung im gesamten Rüstungssektor ist schlecht

Dabei dazu nutzt der Konzern die ILA Berlin, um neue Technologien zu präsentieren. Zu den wichtigsten Projekten zählen unbemannte Systeme, Luftverteidigung, Drohnenabwehr und vernetzte Gefechtsführung. Besonders hervorgehoben wird der MQ-28 Ghost Bat, ein unbemanntes Kampfflugzeug, das als Begleitsystem für bemannte Jets entwickelt wurde. Rheinmetall positioniert sich damit zunehmend in Bereichen, die über klassische Panzer- und Munitionsprogramme hinausgehen.

Auch der Weltraumbereich gewinnt an Bedeutung. Auf der ILA stellte Rheinmetall gemeinsam mit ICEYE Lösungen zur satellitengestützten Aufklärung vor. Moderne Streitkräfte sind zunehmend auf Echtzeitdaten, Sensorik und Weltrauminfrastruktur angewiesen. Rheinmetall versucht deshalb, sich als Anbieter vernetzter Verteidigungssysteme zu etablieren und nicht nur als Hersteller einzelner Plattformen.

Die Finanzprognosen verdeutlichen, warum dieser Strategiewechsel für Investoren relevant ist. Analysten erwarten für 2027 einen Umsatz von 19,01 Milliarden Euro nach 14,15 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Nettogewinn soll von 1,64 Milliarden auf 2,44 Milliarden Euro steigen. Noch sind die Börsen indes nicht bereit, ihre Bewertung zu korrigieren. Die Schätzungen von Experten aber bleiben immens.