Rheinmetall beendete den Freitag bei 1.201,60 Euro und legte damit um 2,16 % zu. Trotz dieser Erholung bleibt das Bild auf längere Sicht deutlich schwächer. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 22,70 %, auf Sicht von drei Monaten beträgt der Rückgang 23,05 %. Die wichtigste Börsennachricht lautet damit: Der Markt bewertet den Rüstungskonzern derzeit deutlich vorsichtiger als die Analystengemeinde. Die sieht den Kurs bei fast 1.900 Euro. Das wären aktuell deutlich mehr als 50 %. Ein Blick lohnt sich!
Rheinmetall: Hier darf man hinsehen!
Besonders auffällig ist die Differenz zwischen aktuellem Kurs und den Kurszielen der Experten. Das durchschnittliche Kursziel liegt exakt bei 1.882,10 Euro. Gegenüber dem letzten Schlusskurs ergibt sich daraus ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von 56,50 %.
Am Freitag erhielt diese Diskussion neue Nahrung. Berenberg bestätigte die Kaufempfehlung und beließ das Kursziel bei 1.750 Euro. Die Analysten verweisen dabei auf die weiterhin hohen Verteidigungsbudgets in Europa und die langfristig gut gefüllten Auftragsbücher des Konzerns.
Die fundamentalen Prognosen stützen diese Sichtweise. Für 2026 rechnen Analysten mit einem Umsatz von 14,15 Milliarden Euro. Bereits 2027 sollen die Erlöse auf 19,01 Milliarden Euro steigen. Gleichzeitig wird ein Anstieg des Nettogewinns von 1,64 Milliarden Euro auf 2,44 Milliarden Euro erwartet.
Auch die Bewertung verändert sich nach den Konsensschätzungen deutlich. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis sinkt von 33,6 für 2026 auf 22,8 für 2027. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz reduziert sich von 3,75 auf 2,78. Die Modelle der Analysten unterstellen damit ein Gewinnwachstum, das schneller verläuft als die aktuelle Kursentwicklung.
Dennoch zeigt der Markt bislang Vorsicht, die Angst vor einer Überbewertung des gesamten Sektors lähmt die Aktivitäten. Die Aktie verlor im vergangenen Monat 6,98 % und liegt auch auf Sechsmonatssicht mit 22,97 % im Minus. Anleger reagieren damit deutlich sensibler auf politische Nachrichten als auf langfristige Unternehmensprognosen.
Ein Beispiel dafür lieferten die jüngsten Meldungen rund um mögliche Fortschritte im Nahostkonflikt. Mehrere Marktberichte verwiesen auf Hoffnungen auf eine Entspannung der geopolitischen Lage. Diese Nachrichten belasteten zahlreiche europäische Rüstungswerte, obwohl sich an den Unternehmenszahlen nichts geändert hat.
Die Märkte sind im gesamten Rüstungssektor irrational. Analysten meinen aktuell sicher noch: Das legt sich.
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