Für Rheinmetall bleibt der Weg auch am Donnerstag schwierig. Am Mittwoch verlor die Aktie 2,4 % und schloss bei 976 Euro. Am Donnerstag ging es um weitere 1,2 % abwärts. Die Notierungen erreichen ein Niveau von nur noch 963,90 Euro! Damit befindet sich das Papier sowohl aus trendtechnischer als auch aus charttechnischer Sicht weiterhin klar im Abwärtstrend.

Selbst neue Aufträge und Projekte reichen derzeit nicht aus, um die Stimmung an den Börsen zu drehen. Das Unternehmen steht an den Kapitalmärkten weiterhin unter erheblichem Druck.

Wirtschaftlich ist die Situation wohl nicht ganz so katastrophal!

Dabei gibt es durchaus Beobachter, die darauf hinweisen, dass die operative Entwicklung des Unternehmens und die Reaktion der Börse derzeit weit auseinanderdriften. Rheinmetall gewinnt neue Großaufträge und baut seine Auftragsbasis kontinuierlich aus. Die Kapitalmärkte sorgen sich dagegen, dass die Düsseldorfer den technologischen Wandel der Verteidigungsindustrie möglicherweise nicht schnell genug vollziehen könnten.

Nach Einschätzung der Bank of America konzentriert sich Rheinmetall bislang zu stark auf das klassische Geschäft mit Panzern und Munition. Moderne Streitkräfte würden künftig jedoch verstärkt auf vernetzte Gefechtsführung, autonome Drohnen, Sensorik und softwaregestützte Systeme setzen. Zudem verweist die Bank darauf, dass Wettbewerber wie Saab oder Thales in diesen Bereichen bereits weiter fortgeschritten seien.

Die Bank of America betont darüber hinaus die Risiken im Marinegeschäft, nachdem das Fregattenprogramm F126 von der Bundesregierung nicht vergeben worden war. Insofern bleibt die Einschätzung der Bank gegenüber Rheinmetall deutlich vorsichtiger. Der Markt scheint diese Skepsis derzeit zumindest teilweise zu teilen.

Die Mehrheit der Analysten beurteilt die Situation allerdings deutlich positiver. Einzelne Kursziele liegen bei über 2.000 Euro. Im Durchschnitt sehen Analysten die Aktie bei mehr als 1.700 Euro.

Für die Stärke des Unternehmens sprechen unter anderem die jüngst gewonnenen Aufträge und Projekte. Dazu zählt nun auch beispielsweise der Rahmenvertrag mit Leonardo über mehr als 200 Panther-Kampfpanzer und weitere Schützenpanzer. Hinzu kommen ein auf fünf Jahre angelegter Vertrag mit der NATO-Beschaffungsagentur über die Lieferung von 155-Millimeter-Artilleriemunition sowie ein Großauftrag des britischen Heeres im Umfang von nahezu einer Milliarde Euro.

Diese Entwicklungen stützen die Einschätzung vieler Analysten, dass Rheinmetall operativ weiterhin erfolgreich wächst. Der Markt hat diese positiven Nachrichten bislang allerdings noch nicht in entsprechende Kurssteigerungen umgesetzt.