Neue Nachrichten zur Aktie von Rheinmetall gibt es derzeit kaum. Der Freitag entwickelt sich dennoch erschütternd. Die Notierungen sind an der Börse Xetra um 1,9 % gesunken. Die Aktie notiert bei 993,90 Euro und ist damit unter die Marke von 1.000 Euro gefallen. Das ist für Chartanalysten sicherlich ein Alarmsignal.

Rheinmetall in einer sehr schwachen Verfassung

Zur Einordnung: Noch im Juni notierte die Aktie bei über 1.100 Euro und hatte im Oktober des vergangenen Jahres bei rund 2.008 Euro ihr Allzeithoch erreicht. Jetzt ist das Papier noch einmal deutlich unter Druck geraten. Am Dienstag notierte die Aktie noch bei 1.145,80 Euro. Seither geht es nahezu ausschließlich abwärts.

Unternehmensnachrichten, die diese Entwicklung begründen könnten, gibt es derzeit nicht. Vielmehr scheint der Markt vor allem den Umstand zu bewerten, dass die NATO ihre strategischen Schwerpunkte teilweise verlagert. Künftig sollen unter anderem Luftverteidigung, Drohnenabwehr und andere moderne Verteidigungssysteme stärker im Fokus stehen. Hier sehen Teile des Marktes für klassische Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall offenbar geringere Wachstumschancen.

Insofern haben die Börsen den Verkaufsdruck noch einmal deutlich verstärkt. Charttechnisch befindet sich Rheinmetall damit weiterhin in einer ausgesprochen schwierigen Situation.

Analysten vertreten allerdings unverändert eine deutlich positivere Einschätzung. Die durchschnittlichen Kursziele liegen derzeit rund 69 % über dem aktuellen Kursniveau. Das mittlere Kursziel beträgt etwa 1.721 Euro. Bis dahin ist es noch ein extrem weiter Weg. Und dennoch: die Analysten sehen hier vor allem die hohen Auftragsvolumina und sind ersichtlich davon überzeugt, dass die Düsseldorfer diese Aufträge auch bearbeiten können. Rheinmetall benötigt indes noch durchaus Geduld, bis es zu einem enormen Durchbruch für den Titel nach oben kommen könnte.