Einen guten Endspurt legte am Wochen-Ende die Aktie von Rheinmetall hin. 35,20 Ero gewann der Titel und kam mit dem Plus von 3,01 % aus der vergangenen Woche. Immerhin könnte man meinen.
Es geht wieder etwas voran
Zuletzt waren die Märkte nach den Zahlen vor gut einer Woche wieder etwas gnädiger zu dem Rüstungskonzern. Noch ist kein Aufwärtstrend erreicht, allerdings verschieben sich die Vorzeichen. Ein Beispiel auch im umstrittenen Marinebereich (der nach dem Aus im Fregatten-Deal mit der Bundesregierung Ende Juni im Fokus steht).
Rheinmetall baut seine Marineaktivitäten mit einem neuen Auftrag aus Dänemark weiter aus. Die dänischen Streitkräfte haben den Konzern mit der Lieferung des Multi Ammunition Softkill System, kurz MASS, beauftragt. Der Auftragswert liegt im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, wurde im zweiten Quartal 2026 verbucht und sieht den Beginn der Auslieferung im vierten Quartal 2027 vor.
MASS dient dem Schutz von Kriegsschiffen gegen Anti-Schiffs-Flugkörper und lasergeleitete Waffen. Das System arbeitet mit multispektraler Täuschung und deckt dabei relevante Wellenlängen von Radar und Ultraviolett über elektro-optische Sensoren bis hin zu Infrarot ab. Dänemark setzt die Technologie künftig auf Fregatten der Absalon- und Iver-Huitfeldt-Klasse sowie an der Marine-Waffenschule ein.
Neben den Systemen bestellt Kopenhagen auch Omnitrap-ER-Täuschkörper. Hinzu kommt ein Vertrag über die logistische Versorgung mit einer Laufzeit von bis zu 21 Jahren. Damit umfasst der Auftrag neben der Lieferung über das Jahr 2027 hinaus auch Wartung und Instandhaltung über mehr als zwei Jahrzehnte.
Das MASS-System ist bereits in 18 Nationen im Einsatz, weltweit wurden mehr als 400 Werfer ausgeliefert. Mit dem dänischen Auftrag nutzen nun sämtliche skandinavischen Seestreitkräfte die Technologie. Rheinmetall erweitert damit seine Präsenz in einer Region, in der der Konzern bereits über mehrere Jahre Marinegeschäft aufgebaut hat.
Der Auftrag fällt in eine Phase, in der Rheinmetall im Marinebereich zugleich eine Lücke schließen muss, die wir oben bereits thematisiert haben. Der Wegfall des F126-Fregattenprogramms kostet den Konzern im laufenden Jahr rund 300 Millionen Euro Umsatz. Deshalb wurde die Umsatzprognose für 2026 auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro gesenkt.
Neue Projekte könnten diese weggefallenen Erlöse zumindest teilweise ersetzen. ThyssenKrupp Marine Systems signalisierte die Bereitschaft, Rheinmetall Naval Systems beim zweiten Los der Meko-A-200-Fregatten der Deutschen Marine als Zulieferer einzubinden. Parallel hält Rheinmetall an dem Ziel fest, das jährliche Geschäftsvolumen im Marinebereich bis 2030 auf 5 Milliarden Euro auszubauen.
Analysten bleiben angesichts solcher Aussichten noch ruhig. Die durchschnittlichen Kursziele für die Rheinmetall liegen gegenwärtig noch immer bei annähernd 1.700 Euro!
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