Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall plant ab dem Jahr 2028 erste Umsätze aus der gemeinsamen Fertigung von ATACMS-Raketen mit dem US-Partner Lockheed Martin. Wie Vorstandschef Armin Papperger gegenüber Reuters bestätigte, blicken die Partner auf eine langfristig hohe Nachfrage für mindestens 15 Jahre. Die Fertigung der ballistischen Kurzstreckenraketen soll im niedersächsischen Werk Unterlüß entstehen, wo bereits im kommenden Jahr der Aufbau der Produktionsanlagen startet. Das Vorhaben basiert auf einer im Vormonat unterzeichneten Absichtserklärung.
Bestände wieder auffüllen und Kapazitäten sichern
Ein zentraler Treiber des Projekts ist der immens gestiegene Bedarf an moderner Munition. Die Kapazitäten am Standort Unterlüß sollen explizit dafür ausgelegt werden, die durch den Konflikt mit dem Iran stark ausgedünnten US-Militärbestände wieder aufzustocken. Dieser Prozess wird laut Papperger deutlich länger als zwei Jahre in Anspruch nehmen. Zwar steht die offizielle Genehmigung für das geplante Joint Venture noch aus, doch die Verhandlungen sind weit fortgeschritten und werden von der US-Regierung ausdrücklich unterstützt.
Milliarden-Deal für den Boxer steht bevor
Ungeachtet einer kürzlich angepassten Umsatzprognose – ausgelöst durch den Stopp des deutschen F126-Fregattenprogramms – stehen die Zeichen im Landbereich auf starkem Wachstum. Bis Jahresende rechnet Rheinmetall mit der Unterzeichnung eines Milliarden-Vertrags zur Lieferung von Boxer-Radpanzern an die Bundeswehr. Der Rheinmetall-Anteil beläuft sich dabei auf beeindruckende 12,4 Milliarden Euro, während das Gesamtvolumen zusammen mit Partner KNDS rund 25 Milliarden Euro erreicht.
Weitreichende Optionen für weiteres Wachstum
Neben der reinen Fahrzeuglieferung sichert der geplante Deal zusätzliche Ertragspotenziale für die kommenden Jahre. Ein separat zu verhandelnder Servicevertrag dürfte den beiden Partnern weitere rund 4 Milliarden Euro einbringen. Darüber hinaus bieten vereinbarte Optionen für spätere Nachbestellungen ein zusätzliches Aufwertungs-Potenzial von bis zu 25 Milliarden Euro. Rheinmetall festigt damit seine Rolle als zentraler Ausrüster für die westliche Defense-Industrie nachhaltig.
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