Am Donnerstag hat sich die Rheinmetall-Aktie nach den heftigen Ausschlägen der vergangenen Tage etwas stabilisiert. Im deutschen Handel lag das Papier zuletzt bei rund 1.011 Euro und damit leicht im Plus. Das ändert wenig am schwachen größeren Bild: Auf Monatssicht beträgt das Minus inzwischen mehr als 11 %. Noch Anfang September wurden Kurse deutlich oberhalb von 1.100 Euro bezahlt.
Rückgänge sind nicht richtig erklärbar
Der Kursrückgang steht damit in auffälligem Gegensatz zur operativen Nachrichtenlage. Rheinmetall baut sein US-Geschäft weiter aus und liefert Mission-Master-SP-Fahrzeuge sowie sogenannte Marine Kits an das U.S. Marine Corps. Für den Düsseldorfer Konzern ist daran weniger der einzelne Auftrag als die strategische Positionierung interessant. Autonome Bodenfahrzeuge gehören zu den Bereichen, in denen Streitkräfte ihre Fähigkeiten derzeit ausbauen.
An der Börse reicht die langfristige Rüstungsfantasie derzeit trotzdem nicht aus, um den Verkaufsdruck vollständig zu stoppen. Nachdem die Aktie in den vergangenen Jahren außergewöhnlich stark gestiegen war, reagieren Anleger inzwischen empfindlicher auf Bewertungsfragen und politische Signale. Auch Analysten beschäftigen sich verstärkt mit der Frage, wie viel des erwarteten Wachstums bereits im Kurs steckt.
Dabei verfügt Rheinmetall weiterhin über eine ungewöhnlich gute operative Ausgangslage. Der Konzern profitiert von steigenden europäischen Verteidigungsausgaben und einer wachsenden Nachfrage nach Munition, Fahrzeugen und elektronischen Systemen. Das erklärt, warum die Aktie trotz des jüngsten Rückgangs noch weit über den Kursen von vor zwei oder drei Jahren liegt.
Für die nächsten Handelstage bekommt die Marke von 1.000 Euro zusätzliche Bedeutung. Der Kurs ist ihr zuletzt gefährlich nahe gekommen. Ein nachhaltiger Rutsch darunter würde die jüngste Schwäche optisch verschärfen. Gleichzeitig zeigt der Auftrag für das U.S. Marine Corps, dass Rheinmetall jenseits des europäischen Aufrüstungszyklus versucht, zusätzliche Geschäftsfelder in den USA zu erschließen.
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