Rheinmetall-Aktie: Es kracht los!?

Rheinmetall verkauft Power Systems an AEQUITA und fokussiert sich ganz auf Rüstung. Trotz Milliardenaufträgen verliert die Aktie massiv an Wert.

Rheinmetall Aktie - Beitragsbild
Kurz & knapp:
  • Verkauf der Sparte Power Systems
  • Konzentration auf Verteidigungsgeschäft
  • Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro
  • Aktie verliert über 23 Prozent seit Jahresbeginn

Rheinmetall hat einen der größten strategischen Umbauten seiner Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Der Konzern verkauft seine Sparte Power Systems an den Finanzinvestor AEQUITA und konzentriert sich künftig vollständig auf das Verteidigungsgeschäft. Die Aktie notierte am Freitag zum Ausklang der vergangenen Woche bei 1.194,60 Euro und legte dabei auf Tagesbasis bescheidene 0,20 % zu. Also nichts. Immerhin ist die Aktie noch immer nicht in Gefahr, Richtung 1.000 Euro zu rutschen. Und dennoch ist aus Trendsicht die Stimmung zumindest fraglich.

Rheinmetall an den Börsen viel zu schwach

Innerhalb einer Woche verlor die Aktie 7,52 %, auf Monatssicht 16,68 % und in den vergangenen drei Monaten 23,37 %. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 23,15 %. Damit steht die aktuelle Neuausrichtung des Konzerns einer deutlich schwächeren Kursentwicklung gegenüber. Wenn man ehrlich ist, bleibt die Aktie sogar im klaren Abwärtstrend. Formal fehlen derzeit rund 450 Euro für eine Trendumkehr, dies sind auf Basis des aktuellen Kurses deutlich mehr als 35 %!

Der oben angesprochene Verkauf der Sparte Power Systems jedoch ist dabei strategisch noch einmal ein Meilenstein. Er bringt bei einem vorläufigen Kaufpreis von 350 Millionen Euro nicht viel. Das Symbol ist entscheidend: Mehrere aktuelle Unternehmensmeldungen bestätigen, dass Rheinmetall die Trennung vom zivilen Geschäft konsequent vollzieht. Der Konzern sprach zuletzt selbst davon, sich künftig vollständig auf den Verteidigungsbereich konzentrieren zu wollen. Gleichzeitig wurde die Veräußerung als Abschluss eines mehrjährigen Umbaus dargestellt.

Statt Ressourcen auf zivile Aktivitäten zu verteilen, wird Rheinmetall alle Investitionen künftig auf Rüstung, Munition, Luftverteidigung und militärische Fahrzeuge konzentrieren. Diese Bereiche bilden inzwischen den Kern eines Auftragsbestands von rund 73 Milliarden Euro. Damit verfügt das Unternehmen über ein Volumen, das deutlich über mehreren Jahresumsätzen liegt.

Die Analysten halten trotz der Kursverluste an positiven Einschätzungen fest. Deutsche Bank bestätigte Ende Mai ihre Kaufempfehlung. Barclays bekräftigte ebenfalls ihre positive Einschätzung. Jefferies bestätigte die Kaufempfehlung und nannte ein Kursziel von 1.890 Euro. UBS sprach ebenfalls eine Kaufempfehlung aus, auch wenn die Kursziele teils sinken. Unter dem Strich erwarten Analysten noch immer einen Zielkurs in Höhe von 1.889,38 Euro. Gegenüber dem letzten Schlusskurs sind dies über 50 %!

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