Zögerlich zeigt sich die Börse unverändert bei der Rheinmetall. Die Notierungen sind zuletzt etwas geklettert. Bei rund 1170 Euro aber fehlt noch immer der entscheidende Durchbruch auf z. B. mehr als 1.230 Euro, um hier zu punkten. Die 200-Tage-Linie ist unverändert sogar sehr viel weiter entfernt.
Analysten lassen sich davon nicht schocken: Die Kursziele sehen weiterhin einen Anstieg auf über 1.650 Euro vor, so jedenfalls lauten die aktuellen mittleren Schätzungen.
Rheinmetall bleibt wohl zuversichtlich
Rheinmetall richtet den Blick derzeit weit über einzelne Großaufträge hinaus. Beim „Expert Day“ der DZ Bank in Bremen steht die langfristige Wachstumsstrategie des Düsseldorfer Rüstungskonzerns im Mittelpunkt. Dabei zeichnet sich eine bemerkenswerte Perspektive für den Auftragsbestand ab: Bis Ende 2026 könnte dieser die Marke von 100 Milliarden Euro überschreiten. Schon heute sorgen umfangreiche Bestellungen für eine hohe Visibilität der kommenden Geschäftsjahre.
Für zusätzliche Dynamik sorgt das Geschäft mit der Bundeswehr. So wurde ein erster Abruf für ein modulares Camp für 2.000 Soldaten in Litauen erteilt. Allein Errichtung und Aufbau haben ein Volumen von 250 Millionen Euro, hinzu kommen erwartete jährliche Betriebskosten von rund 40 Millionen Euro. Mitte August folgte außerdem ein Auftrag über mehr als 500 Millionen Euro für mobile Rettungsstationen. Solche Bestellungen unterstreichen die anhaltend hohe Nachfrage nach Rheinmetall-Lösungen.
Auch technologisch erweitert der Konzern sein Profil. Gemeinsam mit Hensoldt demonstrierte Rheinmetall die Einbindung passiver Sensortechnik in ein modernes Luftverteidigungssystem. In Großbritannien wurde zudem ein Kompetenzzentrum für autonome Systeme eröffnet, das unter anderem die Zusammenarbeit mit Kanada intensivieren soll. An der Börse kostet die Rheinmetall-Aktie am Donnerstag 1.180,60 Euro und liegt damit 3,67 % im Plus. Damit rückt die Diskrepanz zwischen der starken operativen Entwicklung und der weiterhin anspruchsvollen Kursentwicklung erneut in den Fokus.
Hier ist indes jüngst die mwb research skeptisch gewesen. Das Analysehaus verweist auf einen Auftragsbestand von 80,5 Milliarden Euro und sieht die Jahre 2026 und 2027 vergleichsweise gut abgesichert. Für 2028 fällt die Ausgangslage nach dieser Rechnung jedoch deutlich weniger komfortabel aus. Aus bereits fest eingeplanten Bestellungen ergeben sich dann lediglich rund 2,4 Milliarden Euro Umsatzpotenzial, während mwb für das Gesamtjahr 22,6 Milliarden Euro erwartet. Der Marktkonsens liegt sogar bei 25,4 Milliarden Euro.
Daraus könnte ein erheblicher zusätzlicher Bestellbedarf entstehen. Nach Berechnungen von mwb wären bis Ende 2028 rund 65 Milliarden Euro an neuen Aufträgen erforderlich. Entscheidend ist dabei nicht allein deren Umfang, sondern auch die Geschwindigkeit der Umsetzung. Verschiebt sich die Bundeswehr stärker von Munition hin zu komplexen Fahrzeugen und Waffensystemen, könnten längere Produktionszyklen die Umsatzrealisierung verzögern.
Für Rheinmetall geht es damit zunehmend um den Nachweis, dass die heutige Auftragsfülle auch über den aktuellen Boom hinaus tragfähig bleibt. Das bremst den Kurs, nicht aber die Erwartungen der Analysten an hohe Kursziele.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 28. August liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

