Nach der kräftigen Erholung der Vorwoche legt die Rheinmetall-Aktie eine Verschnaufpause ein. Zugleich meldet der Konzern den nächsten Zukauf: Gemeinsam mit der Schweizer Reederei MSC erhielt Rheinmetall den Zuschlag für die rumänische Mangalia-Werft.
Werft in Rumänien
Die beiden Partner zahlen zusammen rund 138 Millionen Euro. Der Abschluss der Transaktion wird in den kommenden Wochen erwartet. Die Werft soll als Dual-Use-Standort zivile und militärische Schiffe bauen, getrennt durch unterschiedliche Produktions- und Sicherheitszonen.
Für Rheinmetall zählt vor allem der Marineschiffbau. In Mangalia sollen vier Schiffe für die rumänische Regierung entstehen: zwei 96 Meter lange Hochsee-Patrouillenschiffe und zwei 43 Meter lange Taucherunterstützungsschiffe. Der Standort soll außerdem als Basis für weitere Marineprojekte in Südosteuropa dienen.
Tim Wagner, Chef der Division Naval Systems, kündigte einen umfassenden Ausbau und eine Modernisierung an. Infrastruktur und Fertigungsbedingungen sollen verbessert, die Kapazitäten an den künftigen Bedarf angepasst werden. Langfristig soll Mangalia ein wichtiger Baustein der Aktivitäten in Südosteuropa werden.
Pause im Sektor
Am Markt überwiegt zunächst die Gewinnmitnahme. Am Freitag hatte die Aktie noch gut 6 Prozent zugelegt und bei rund 1.090 Euro geschlossen. Heute gibt sie je nach Tageszeit zwischen etwa 2 und 5 Prozent nach und gehört zu den größeren Verlierern im Dax. Auch Hensoldt und Renk fielen um etwa 2 Prozent.
Rüstungswerte hatten sich zuvor binnen zehn Tagen deutlich von der Sektorschwäche seit Mitte August erholt. Morgan Stanley rechnet zum Jahresende mit mehr Aufträgen aus dem diesjährigen Haushalt. Marktbeobachter sehen zudem eine Rotation aus KI- und Halbleiterwerten in klassische Industrietitel.
Der Rückstand zum Jahresanfang bleibt dennoch groß. Rheinmetall steht seit Januar um bis zu ein Drittel im Minus.
Analysten bleiben zuversichtlich
Bernstein-Analyst Douglas Harned empfiehlt die Aktie nach dem Treffen der Association of the US Army in der Vorwoche weiter zum Kauf. Seinen fairen Wert beziffert er auf 1.200 Euro. Das liegt gut zehn Prozent über dem Kurs von rund 1.070 Euro am Montagmorgen.
Konkret zu beobachten ist nun der Abschluss der Werftübernahme, der binnen weniger Wochen anstehen soll. Er würde Rheinmetalls Marinegeschäft in Südosteuropa auf eine eigene Produktionsbasis stellen.
Stand heute, 19. Oktober: Rheinmetall – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Rheinmetall investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 19. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

