Eigentlich sollte der Rüstungskonzern seine Quartalszahlen erst am 6. August vorlegen. Die Zahlen fielen jedoch so deutlich besser aus als erwartet, dass Rheinmetall sie per Ad-hoc-Mitteilung vorzeitig veröffentlichte. Das Ergebnis: ein Rekordquartal, das die eigene Prognose vom 2. Juli noch übertrifft.
Rekordquartal deutlich über Erwartungen
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um rund 69 Prozent auf etwa 3,29 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg auf 562 Millionen Euro und lag damit fast 20 Prozent über der mittleren Analystenschätzung von 469,9 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte der Konzern in der Vergleichsperiode noch 276 Millionen Euro operativen Gewinn ausgewiesen.
Alle Geschäftssegmente trugen zu dieser Verbesserung bei — ein Hinweis darauf, dass der Rüstungsboom nicht nur einzelne Sparten, sondern das gesamte Portfolio erfasst hat. Der Auftragsbestand kletterte im Quartal über die Marke von 80 Milliarden Euro. Allein im zweiten Quartal kamen neue Aufträge über 11,37 Milliarden Euro hinzu, darunter ein Vertrag über Loitering Munition mit der Bundeswehr und ein im Rahmen des SAFE-Programms unterzeichnetes Auftragspaket mit Rumänien.
Cashflow-Sorgen bremsen zunächst
Nicht alles an den Zahlen war ungetrübt positiv. Rheinmetall rechnet für das Quartal mit einem deutlich negativen operativen freien Cashflow. Anzahlungen von Kunden verschoben sich in spätere Perioden, während der Konzern parallel Vorräte für die kommenden Quartale aufbaute und in die Vorbereitung von Kapazitätsausweitungen investierte. Auch gestiegene Kundenforderungen durch die hohe Umsatzlegung zum Quartalsende belasteten den Barmittelabfluss.
Die Aktie reagierte zunächst zurückhaltend und rutschte zeitweise auf 1.069,20 Euro ins Minus. Der Cashflow-Ausblick dürfte einigen Anlegern zunächst Sorgen bereitet haben. Im weiteren Handelsverlauf drehte das Papier jedoch deutlich ins Plus — ein Zeichen dafür, dass die Wachstumszahlen und der prall gefüllte Auftragsbestand am Ende schwerer wogen als die kurzfristige Cash-Belastung.
Am 6. August folgt der detaillierte Halbjahresbericht. Dann dürfte sich zeigen, wie nachhaltig sich die Kapazitätsausweitungen auf die Marge auswirken und ob sich der Cashflow in den Folgequartalen wieder normalisiert.
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