Die Woche endet für die Rheinmetall mit einem kleinen Triumph. Die Kurse sind immerhin um 3,1% geklettert und überwanden sogar die Marke von 1.200 Euro. Derzeit erreichen die Düsseldorfer 1.202 Euro.

Dabei sind die Zahlen, die vor einer Woche berichtet worden sind, ein Rückhalt, der allerdings noch nicht immer zündete.

Rheinmetall ist aktuell noch immer im Marinegeschäft tätig

Rund 300 Millionen Euro Umsatz weniger im laufenden Jahr. Dennoch hält Rheinmetall an seinem langfristigen Ausbau des Marinegeschäfts fest. Der Verlust des F126-Fregattenprogramms zwingt den Konzern zwar dazu, die Umsatzprognose für 2026 auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro zu senken. Das Ziel, den Marinebereich bis 2030 auf ein jährliches Volumen von fünf Milliarden Euro auszubauen, bleibt jedoch bestehen.

Die Frage ist deshalb weniger, ob F126 eine Lücke hinterlässt, sondern wodurch Rheinmetall diese schließen kann. Im Landsystemgeschäft stehen potenzielle Großaufträge weiter im Raum. Allein ein möglicher Auftrag für Boxer-Radpanzer könnte ein Volumen von mehr als 14 Milliarden Euro erreichen. Zugleich erschließt der Konzern zusätzliche Bereiche: Deutschland und die Niederlande bestellten gemeinsam mit Rheinmetall und KNDS Boxer-Fahrzeuge, während die Kooperation mit Boeing die Entwicklung im Bereich vernetzter und teilweise autonomer Kampfsysteme vorantreiben soll. Auch bei der Drohnenabwehr sieht Rheinmetall neue Geschäftsmöglichkeiten.

Die Dimensionen des bestehenden Geschäfts bleiben ohnehin beachtlich. Zur Jahresmitte belief sich der Auftragsbestand auf 80,467 Milliarden Euro, ein Plus von 43,7 % gegenüber dem Vorjahr. Im zweiten Quartal erzielte Rheinmetall zudem 3,289 Milliarden Euro Umsatz und damit 69 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis stieg auf 562 Millionen Euro nach zuvor 276 Millionen Euro. Die operative Marge verbesserte sich von 13,4 auf 17,1 %.
Schon deshalb sehen Analysten die Düsseldorfer wohl bei Kurszielen von fast 1.700 Euro.