Für die Rheinmetall endete die Woche mit einem minimalen Gewinn. Bei rund 1.151,80 Euro landen die Notierungen. Der Aktie ist aber noch immer kein Durchbruch gelungen. Sie bleibt weit im Abwärtstrend, zumal auch charttechnisch mit weniger als 1.200 Euro weiterhin viel zu geringe Trend-Indikationen bestehen. Kurz: Die Aktie ist schwach, schwächer, als es wirtschaftlich sein sollte. Denn die Rheinmetall hatte kürzlich recht gute Nachrichten verbreiten, als die Zahlen zum 2. Quartal bekannt geworden sind. Dabei hatte das Unternehmen Auftragseingänge im Umfang von rund 80 Mrd. Euro – einen neuen Rekord -, vermelden dürfen. Dem Kurs half dies nur kurz.

Rheinmetall: Noch warten die Märkte auf den richtigen Durchbruch.

Gerade dieser Auftragseingang dürfte nun zum zentralen Prüfstein werden. Im zweiten Quartal lagen die neuen Nominierungen mit 11,371 Milliarden Euro unter dem zuvor erwarteten Niveau von 20 Milliarden Euro, wobei der F126-Verlust eine wesentliche Rolle spielte. Rheinmetall braucht daher weitere Großprojekte, um zu zeigen, dass die enorme Dynamik unabhängig von einzelnen Aufträgen anhält.

Die Ausgangslage dafür bleibt allerdings vielversprechend. Neben möglichen Boxer-Aufträgen mit einem Gesamtpotenzial von mehr als 14 Milliarden Euro eröffnen Luftabwehr, Drohnen, unbemannte Systeme und digitalisierte Verteidigungslösungen zusätzliche Wachstumsfelder. Die Kooperation mit Boeing im Bereich vernetzter Luftkampfsysteme unterstreicht ebenfalls, wie stark Rheinmetall seine Position über das klassische Rüstungsgeschäft hinaus ausbauen will.

Nach dem jüngsten Kursanstieg kommt es damit auf zwei Dinge an: charttechnisch auf eine nachhaltige Rückeroberung der 1.200-Euro-Marke und fundamental auf den Beweis, dass Rheinmetall den F126-Rückschlag durch neue Aufträge ausgleichen kann. Gelingt beides, dürfte die Diskussion schnell wieder stärker um die außergewöhnlich hohen Analystenziele als um den verlorenen Einzelauftrag kreisen. Analysten sehen immer noch sehr hohe Kursziele für die Rheinmetall.