Einen weiteren relativ schwachen Tag hat gestern die Düsseldorfer Rheinmetall hinter sich gebracht. Tatsächlich ging es um 2,3 % aufwärts. Dennoch verharrt der Konzern bei immer noch ca. 1.142 Euro recht tief im Abwärtstrend. Somit blieb die Aktie sogar für die zuletzt etwas zufriedeneren Chartanalysten wieder deutlich weniger attraktiv. Technische Analysten sind ohnehin skeptisch, die Aktie muss demnach noch mindestens 300 Euro aufholen.

Rheinmetall ist wirtschaftlich recht gut aufgestellt

Dabei zehrt die Rheinmetall eigentlich im Kern noch immer von hohen Auftragsbeständen, die das Unternehmen kürzlich in der Präsentation der Quartalszahlen genannt hatte. Ein Beispiel:

Rheinmetall verfügt über einen Auftragsbestand von 80,5 Milliarden Euro, doch diese Zahl reicht mwb research nicht für eine positive Bewertung der Aktie. Das Analystenhaus stuft den Rüstungskonzern mit „Sell“ ein und setzt ein Kursziel von 1.050 Euro. Bei einem von mwb herangezogenen Kurs von rund 1.200 Euro sah die Analyse damit erhebliche Erwartungen eingepreist, deren Erfüllung vor allem ab 2028 zu einem schwierigen Rechenthema werden könnte.

Während die Jahre 2026 und 2027 durch bereits vorhandene Bestellungen vergleichsweise gut abgesichert erscheinen, bleiben für 2028 aus fest eingeplanten Aufträgen nur noch rund 2,4 Milliarden Euro an Umsatzpotenzial übrig. Gleichzeitig prognostiziert mwb research für dieses Jahr einen Konzernumsatz von 22,6 Milliarden Euro, der breite Marktkonsens liegt mit 25,4 Milliarden Euro sogar noch höher.

Die Differenz müsste Rheinmetall innerhalb kurzer Zeit durch neue Bestellungen schließen. Nach Berechnungen von mwb wären bis Ende 2028 Neuaufträge im Umfang von rund 65 Milliarden Euro erforderlich. Entscheidend ist dabei nicht allein der Auftragseingang, sondern die anschließende Produktion: Die neuen Verträge müssten schnell genug abgearbeitet werden, damit aus dem hohen Bestellvolumen noch vor Ende 2028 tatsächlich Umsatz entsteht.

An diesem Punkt zeigen sich die Risiken langer Produktionszyklen. Verschiebt sich der Beschaffungsmix der Bundeswehr stärker von vergleichsweise schnell herstellbarer Munition zu schweren Militärfahrzeugen und komplexen Waffensystemen, verlängert sich der Zeitraum zwischen Bestellung und Auslieferung. Selbst große Neuaufträge könnten dann erst nach 2028 umfangreicher in der Gewinn- und Verlustrechnung erscheinen.

Die Analysten insgesamt allerdings sind hier wesentlich weniger skeptisch. Die Kursziele liegen im Mittel weiterhin deutlich höher.