Erneut verlor die Rheinmetall an den Börsen. Am Dienstag ging es auf 976,50 Euro nach unten. Die Aktie bleibt damit unterhalb der runden und aus charttechnischer Sicht wichtigen Marke von 1.000 Euro.
Die Verzweiflung ob der fehlenden Erklärung ist in verschiedenen Kommentaren teilweise mit Händen zu greifen. Denn unter dem Strich sind die Nachrichten trotz des jüngst gestrichenen F126-Fregattenauftrags weiterhin gut. Die jüngsten Aufträge der Rheinmetall allein im laufenden Monat sind an sich bereits beeindruckend.
Rheinmetall: Das gab keine Punkte!
So wurde ein Rahmenvertrag finalisiert, der mit Leonardo abgeschlossen worden war. Dabei geht es um die Lieferung von mehr als 200 Kampfpanzern vom Typ Panther sowie Schützenpanzern. Dies haben die Börsen kaum goutiert. Zudem hat die NSPA, die Unterstützungs- und Beschaffungsagentur der NATO, einen Munitionsrahmenvertrag abgeschlossen. Dabei geht es um die Lieferung von 155-mm-Artilleriemunition für die kommenden fünf Jahre.
Schließlich ist jetzt aus Großbritannien ein Auftrag bekannt geworden, der annähernd eine Milliarde Euro wert ist. Er stammt vom britischen Heer. Trotz solcher Aufträge bleibt die Aktie derzeit hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Diese sehen den Titel weiterhin bei mehr als 1.700 Euro.
Die Investoren scheinen darauf zu setzen, dass auch die neuen Abschlüsse derzeit noch nicht ausreichen, um die Aktie höher zu bewerten. Offenbar besteht die Sorge, dass Rheinmetall zu hohe Preiszugeständnisse machen könnte, um Aufträge zu gewinnen. Das wiederum würde die Margen des Unternehmens belasten. Bis dato sind hierzu allerdings keine entsprechenden Zahlen bekannt geworden. Im Gegenteil: Rheinmetall möchte die Brutto- und Nettomargen im laufenden Jahr sogar deutlich erhöhen.
Man darf gespannt sein, wann hier mehr Klarheit entsteht. Die Notierungen sind jedenfalls aus operativer Sicht, also mit Blick auf das Geschäft des Unternehmens, nicht vollständig nachzuvollziehen. Tatsächlich ist die Stimmung am Markt derzeit schlicht und ergreifend katastrophal. Die Aktie notiert inzwischen mehr als 50 % unterhalb wichtiger Trendindikatoren wie dem GD200. Lediglich die Analysten halten mit ihren hohen Kurszielen weiterhin dagegen.
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