Rheinmetall legt eine steile Erholung hin. Binnen sieben Handelstagen klettert die Aktie um 9,40 Prozent. Der Haken: Zum Rekordhoch vom Oktober 2025 fehlen dem Titel immer noch 40,53 Prozent. Wenige Tage vor dem Halbjahresbericht wächst die Spannung, ob die Rally trägt.

Starke Eckdaten, schwacher Cashflow

Auslöser der Bewegung waren die vorläufigen Quartalszahlen vom 29. Juli. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg auf rund 3,289 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von etwa 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das operative Ergebnis kletterte auf 562 Millionen Euro. Damit lag Rheinmetall fast 20 Prozent über den Erwartungen der Analysten von 469,9 Millionen Euro. Der Auftragsbestand überschritt im selben Quartal erstmals die Marke von 80 Milliarden Euro.

Rheinmetall verbuchte dabei neue Großaufträge im Volumen von 11,371 Milliarden Euro. Darunter: der Vertrag über Loitering Munition mit der Bundeswehr und ein SAFE-Auftragspaket mit Rumänien. Parallel zu den guten Nachrichten warnte der Konzern aber vor einem deutlich negativen operativen Free Cashflow im zweiten Quartal.

Grund dafür sind verschobene Anzahlungen. Zudem belasten gestiegene Handelsforderungen die Kasse, weil Rheinmetall am Quartalsende hohe Umsätze verbuchte und Lagerbestände für die Folgequartale aufbaute.

Der 6. August entscheidet

Am 6. August legt Rheinmetall die vollständigen Halbjahreszahlen vor. Analysten wollen dann vor allem wissen, wie es um Segmentmargen und Cashflow steht. Auch die Jahresprognose steht im Fokus.

Bislang rechnet der Konzern für 2026 mit einem Umsatz zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro. Bleibt ein Ausgleich für die abgesagte F126-Bestellung aus, könnte der Umsatz um bis zu 300 Millionen Euro niedriger ausfallen. Anleger dürften daher genau auf Auftragseingang, Cashflow und mögliche Folgen des F126-Ausfalls achten.

Analysten uneinig

Bei den Kurszielen gehen die Meinungen der Analystenhäuser deutlich auseinander. Bernstein bestätigt das Rating „Outperform“ und ein Kursziel von 1.900 Euro. Die Experten begründen dies mit den über den Erwartungen liegenden Zahlen.

Jefferies bleibt bei „Buy“, sieht das operative Ergebnis ebenfalls klar über dem Konsens. Das Kursziel liegt mit 1.300 Euro aber deutlich niedriger als bei Bernstein.

Mit einem RSI-Wert von 67,6 nähert sich die Aktie der überkauften Zone. Nach dem starken Lauf der vergangenen Wochen ist das keine Überraschung.

Der Bilanztermin am 6. August dürfte zeigen, ob die operative Stärke die offenen Fragen bei Cashflow und Jahresprognose überwiegt. Bestätigt der Vorstand die Umsatzspanne von 14 bis 14,5 Milliarden Euro trotz des F126-Ausfalls, dürfte das die Erholung stützen. Bleiben Cashflow-Sorgen oder Unsicherheit bei der Prognose, könnte der Kurs seine Gewinne der vergangenen Wochen schnell wieder abgeben.