Weiterhin im Abwärtstrend liegt formal die Rheinmetall. Sie hat allerdings in der vergangenen Woche deutlich dazugewonnen. Am Freitag legte sie allerdings einen etwas schwächeren Handelstag aufs Parkett. Sie fiel auf ungefähr 1.090 Euro zurück. Damit reagierte die Börse vergleichsweise enttäuscht auf das Comeback der Aktie.

Die Aktie hatte in der Woche zuvor, am Mittwoch, mehr als 18 % verloren, als ein wichtiger Auftrag zum Bau von F-126-Fregatten durch die Bundesregierung endgültig vom Tisch genommen worden war. Der Panik entgegen stellten sich allerdings die Analysten. Sie revidierten ihre Kursziele zwar im Durchschnitt und teilweise auch explizit nach unten, liegen mit ihren Zielmarken jedoch weiterhin deutlich höher, als der Markt es derzeit für die Aktie annimmt.

Analysten sehen den Titel als deutlich stärker an

Insofern haben die Analysten mit ihren Berechnungen dazu, wie gravierend der Ausfall dieses Programms beziehungsweise dieses Auftrags tatsächlich werden kann, der Aktie aus rationaler Sicht die Möglichkeit gegeben, ihr Comeback zu starten. Das allerdings ist am Ende einer ausgesprochen starken Woche zumindest ins Stocken geraten. Bei etwas unter 1.100 Euro hat die Aktie es immer noch nicht geschafft, das Ausgangsniveau vor dem Crash nach dem Aus des Fregattenauftrags bei circa 1.200 Euro wieder schnell zurückzuerobern.

Dabei hat die Aktie noch ordentlich Potenzial nach oben. Analysten sind, wie beschrieben, der Meinung, dass die Aktie auf über 1.900 Euro klettern kann.

Rheinmetall selbst geht jetzt leicht in die Offensive, nachdem die Enttäuschung über den weggefallenen Auftrag so groß war. Das Unternehmen fordert nun für die Zukunft von der NATO und den entsprechenden NATO-Staaten – insbesondere wohl von Deutschland – Planungssicherheit. Es gehe darum, dass es klare Abnahmegarantien gebe und auch, wie CEO Papperger betonte, finanzielle Anzahlungen.

Das deutet wiederum darauf hin, dass Rheinmetall selbst zumindest teilweise daran zweifelt, die Kapazitäten so schnell aufbauen zu können, wie es für die Bewältigung der Auftragsvolumina erforderlich wäre. Rheinmetall hat, so lässt sich aus diesen Aussagen ableiten, weniger ein Auftrags- als vielmehr ein Finanzierungsproblem.

Die Auftragsvolumina liegen weiterhin wahrscheinlich bei weit über 70 Milliarden Euro, wie zum Ende des ersten Quartals bekannt gegeben worden war. Hier geht es jetzt tatsächlich um das Geld, um diese Aufträge auch abarbeiten zu können.

Die politischen Rahmenbedingungen sollten stabil bleiben, damit die Aufgaben der Rüstungsindustrie und insbesondere von Rheinmetall erfüllt werden können. Das ist die Botschaft aus der Zentrale von Rheinmetall.

Die Märkte scheinen dem Unternehmen immerhin inzwischen zu bescheinigen, dass kein totaler Crash bevorsteht. Die Luft nach oben ist noch nicht ganz rein. Allerdings hat sich inzwischen wieder eine deutlich bessere Stimmung eingestellt. Sollte die Aktie entsprechend den Erwartungen der Analysten verlaufen, ist hier selbst nach dem relativ schwachen Freitagshandel möglicherweise schon recht schnell wieder ein deutlicher Fortschritt möglich.