Rheinmetall stürzt dramatisch ab. Nur noch 1005,80 Euro schafft die Aktie gegenwärtig und kommt heute auf ein Minus von -4,3 %. Die Kurse nähern sich aktuell wieder etwas der Unterstützungszone zwischen 950 und 1.000 Euro. Von den früheren Höchstständen zwischen 1.950 und 2.000 Euro bleibt das Papier weit entfernt. Die Notierungen rauschen nach unten, so der Eindruck.

Nach der damaligen Top-Bildung hatte sich der Kurs zeitweise nahezu halbiert. Eine Erholung endete anschließend bei etwa 1.250 Euro, bevor Rheinmetall erneut nachgab und auch die 50-Tage-Linie unterschritt. Die Marke um 1.250 Euro bildet damit die nächste größere Hürde. Darüber folgt zwischen 1.450 und 1.500 Euro ein weiterer Widerstandsbereich.

Kursziele sind kaum noch zu erreichen

Ausgerechnet 1.450 Euro nennt Goldman Sachs selbst in einem pessimistischen Szenario als fairen Wert. Analyst Sam Burgess unterstellt dabei, dass das hochprofitable Munitionsgeschäft ab 2030 deutlich zurückgeht. Vom Dienstagskurs aus wären bis zu dieser Marke noch rund 39 % möglich. Sein reguläres Kursziel von 2.300 Euro liegt sogar etwa 120 % höher.

Auch der Analystenkonsens bleibt ausgesprochen positiv. Zehn Kaufempfehlungen stehen einer Halteempfehlung gegenüber, eine Verkaufsempfehlung gibt es in der vorliegenden Übersicht nicht. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 1.700 Euro. Daraus errechnet sich ein Abstand von knapp 63 % zum aktuellen Kurs.

Die Geschäftszahlen liefern den Analysten eine starke Grundlage. Rheinmetall erzielte im zweiten Quartal 3,29 Milliarden Euro Umsatz, 475 Millionen Euro operativen Gewinn und ein EBITDA von 629 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie erreichte 7,52 Euro. Ende Juni lagen zudem Bestellungen von mehr als 80 Milliarden Euro in den Auftragsbüchern.

Der enorme Bestand benötigt allerdings Zeit und zusätzliche Produktionskapazitäten, bevor daraus Erlöse und Mittelzuflüsse entstehen. Rheinmetall hat seine Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt und investiert hohe Summen in den Ausbau der Fertigung. Diese Ausgaben können den freien Cashflow zunächst belasten.

Neue Geschäftszahlen folgen am 5. November mit dem Bericht zum dritten Quartal. Rund drei Wochen später steht der Capital Markets Day an, auf dem Rheinmetall weitere Angaben zur Entwicklung der kommenden Jahre machen will.