Weitere Kursgewinne erhoffen sich Analysten bei Rheinmetall. Die Aktie ist gestern um 1,6 % gesunken und erreichte lediglich ein Kursniveau von 1.111,60 Euro.
Dabei spielten möglicherweise Gewinnmitnahmen eine Rolle. Sehr schwache Nachrichten jedenfalls musste Rheinmetall gestern am Markt nicht verkraften. Möglicherweise warten die Märkte nun auch auf weitere Signale vom NATO-Gipfel für die Verteidigungsindustrie.
NATO drückt und drängt
Der NATO-Gipfel thematisiert die Verteidigungsbereitschaft der Mitgliedstaaten. Allerdings forderte NATO-Chef Rutte gestern eine Revolution in der Verteidigungsindustrie. Das Surren der Maschinen müsse zu einem Dröhnen werden. Das bedeutet, dass die Verteidigungsindustrie bereit sein müsse, selbst mehr Risiken einzugehen. Die Nachfrage sei vorhanden, und das wisse die Industrie.
Hier geht es offensichtlich darum, dass die Rüstungsindustrie aufgefordert wird, mehr Geld und schneller in den Aufbau von Produktionskapazitäten zu investieren – auch ohne jeweils neue, spezifische Aufträge. Genau dies ist der wunde Punkt der Rüstungsindustrie in den vergangenen Monaten gewesen.
Rheinmetall verfügt über ein Auftragsvolumen von mehr als 70 Milliarden Euro. Die Märkte zweifeln allerdings zunehmend daran, dass die Produktionskapazitäten schnell genug aufgebaut und finanziert werden können. Insofern kam es zu einem Kursrückgang, der angesichts der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens enttäuschend war.
Die Aktie ist in einen Abwärtstrend geraten und verharrt dort derzeit, auch wenn sie versucht, wieder etwas nach oben zu klettern. Noch immer notiert sie unter der Marke von 1.200 Euro. Analysten sehen das Papier allerdings weiterhin bei über 1.700 Euro. Insofern besteht aus ihrer Sicht nach wie vor erhebliches Kurspotenzial. Die Aktie ist allerdings unter Charttechnikern und technischen Analysten deutlich schwächer bewertet. Hier hat man Angst vor dem Druck, der sich aus dem Abwärtstrend ergibt.
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