Für Rheinmetall sieht es am Dienstag nach den bisherigen Handelsdaten noch vergleichsweise dünn aus. Die Düsseldorfer verzeichnen aktuell ein kleines Plus von 0,4 %. Die Aktie kommt auf 996 Euro, kratzt also noch am neuen charttechnischen Durchbruch nach oben. Rheinmetall befindet sich damit weiterhin in einem klaren charttechnischen Abwärtstrend.

Mindestens die Hürde bei 1.000 Euro müsste überwunden werden. Selbst das gelingt derzeit nicht. Die Abstände zu den wichtigen technischen Indikatoren sind weiterhin groß. Zur 100-Tage-Linie beträgt der Abstand rund 24,4 %, zur 200-Tage-Linie sogar rund 34 %. Und auch auf Sicht von vier Wochen liegt die Aktie mit minus 16,9 % weiterhin deutlich im Minus.

Rheinmetall: Kann sie es überhaupt schaffen?

All das hat das Gesamtbild bislang nicht grundlegend verändert. Man kann sagen, dass die Notierungen damit wahrscheinlich das Momentum verpasst haben, schnell wieder nach oben anzuspringen. Das könnte darauf hinauslaufen, dass sich die Rheinmetall-Aktie zunächst vergleichsweise ruhig auf dem aktuellen Niveau bewegt.

Diese Phase könnte sich möglicherweise bis zum 6. August hinziehen. Erst dann wird Rheinmetall die Quartalszahlen vorlegen. Das hat zur Folge, dass die Börsen derzeit noch deutlich abwarten.

Schade könnte man aus Sicht der Analysten sagen. Analysten sind nach wie vor mehrheitlich der Auffassung, dass die Aktie deutlich steigen kann. Rund 1.690 Euro werden derzeit im Durchschnitt als Kursziel genannt. Die Märkte haben die Aktie jedoch – wie auch andere Branchenwerte – zuletzt deutlich abgestraft.

Für Rheinmetall wirkt dabei immer noch die Absage des F126-Programms Ende Juni nach. Damals ging es an einem Tag um mehr als 18 % nach unten. Rheinmetall entging dadurch ein Umsatzpotenzial von bis zu 12,8 Milliarden Euro.

Allerdings ist auch der Ausblick für das Jahr 2029 aus Sicht der Börsen offenbar noch nicht überzeugend genug. Die operative EBIT-Marge soll sich zwischen 18 und 20 % bewegen. Das ist historisch betrachtet zwar ein guter Wert, allerdings hatten Teile des Marktes offenbar noch etwas mehr erwartet.

Die größte Sorge richtet sich derzeit jedoch auf den Free Cashflow und damit auf die Frage, ob die umfangreichen Auftragsbestände tatsächlich so abgearbeitet werden können, wie es die aktuelle Lage vermuten lässt. Vor allem die operative Umsetzung und der notwendige Kapazitätsausbau werden kritisch hinterfragt. Hier sehen viele Marktteilnehmer die eigentlichen Engpässe.

Beim Free Cashflow geht es dabei nicht um eine existenzielle Fragestellung, sondern vor allem darum, ob die Finanzierung unter möglicherweise steigenden Zinsen weiterhin zu vernünftigen Konditionen erfolgen kann.

All diese Fragen beschäftigen die Analysten allerdings deutlich weniger. Sie bleiben, wie gesagt, überwiegend der Auffassung, dass die Aktie noch erhebliches Kurspotenzial besitzt. Die entsprechenden Kursziele sind bereits genannt.