Mit 1.203,00 Euro lag die Rheinmetall seit Freitagabend wieder gut im Rennen. Die Düsseldorfer sind aus Sicht von Chartanalysten in einem Erholungsmodus. Immerhin scheine die Börsen mittlerweile auf die zuletzt veröffentlichten guten Quartalszahlen (die allerdings nur bestätigten, was bekannt war) zu reagieren.
Der Bereich zwischen 1.175 und 1.200 Euro galt als hartnäckiger Widerstand, an dem der Titel zuletzt mehrfach nicht nachhaltig vorbeikam. Erst ein Ausbruch darüber könnte jetzt mindestens Raum in Richtung 1.240 Euro eröffnen, heißt es ganz kurzfristig bei den Chartanalysten. Auf der Unterseite bleibt dagegen die Zone von 940 bis 950 Euro die wichtige langfristige Unterstützung.
Die Zuversicht am Markt ist immens gewachsen
Die Zuversicht ist also nun deutlich größer geworden. Noch immer hängen die Zahlen aus der vorletzten Woche tatsächlich auch in diversen Analysen und Kommentaren nach.
Nach dem Verlust des Fregattenprojekts musste Rheinmetall die Umsatzprognose für 2026 auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro reduzieren. Bis zu 300 Millionen Euro Umsatz könnten dadurch im laufenden Jahr wegfallen. Der Konzern hält dennoch an seiner langfristigen Marine-Strategie fest und will diesen Bereich bis 2030 auf ein jährliches Geschäftsvolumen von rund fünf Milliarden Euro ausbauen. F126 verändert damit den kurzfristigen Ausblick, nicht aber das strategische Ziel.
Die entscheidende Frage lautet deshalb, woher der Ersatz für das verlorene Volumen kommen kann. Besonders im Fokus stehen mögliche Großaufträge für den Boxer-Radpanzer mit einem potenziellen Gesamtvolumen von mehr als 14 Milliarden Euro. Bereits konkrete Bestellungen aus Deutschland und den Niederlanden zeigen die anhaltende Nachfrage. Gleichzeitig versucht Rheinmetall, zusätzliche Wachstumssäulen aufzubauen: Die Kooperation mit Boeing eröffnet Chancen im Bereich vernetzter Luftkampfsysteme, während Drohnenabwehr, unbemannte Systeme und Digitalisierung weitere strategische Felder darstellen.
Dass die F126-Stornierung nicht das gesamte operative Bild bestimmt, zeigen die Zahlen des zweiten Quartals nachdrücklich. Der Umsatz legte um 69 % auf 3,289 Milliarden Euro zu, das operative Ergebnis sprang von 276 Millionen auf 562 Millionen Euro und die operative Marge verbesserte sich auf 17,1 %. Parallel erreichte der Auftragsbestand mit 80,467 Milliarden Euro ein Rekordniveau. Die Herausforderung besteht daher weniger in fehlender Nachfrage als darin, die Vielzahl der Geschäftschancen weiter in Wachstum umzusetzen und einzelne Rückschläge durch andere Projekte auszugleichen.
Diese Spannung erklärt auch die große Bandbreite der Analystenschätzungen. Goldman Sachs sieht mit einem Kursziel von 2.300 Euro besonders großes langfristiges Potenzial, die Deutsche Bank nennt 1.800 Euro und JPMorgan bleibt mit 1.350 Euro deutlich vorsichtiger. Der durchschnittliche Konsens liegt bei rund 1.700 Euro.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 16. August liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

